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Wo einst Todesschüsse fielen
Im ehemaligen Anklamer Wehrmachtsgefängnis ist die einstige Hinrichtungs- stätte neu gestaltet worden.
25.05.2012
Anklam."Hier wurden sie erschossen." Professor Stephan Tanneberger, Vorsitzender des Zentrums für Friedensarbeit, weist auf den hölzernen Pfahl im Hof hinter
dem ehemaligen Anklamer Wehrmachtsgefängnis. Einst führte ein Verbindungsgang von den Zellen im Kellergeschoss direkt auf dieses Gelände. Im Laufe der Jahrzehnte allerdings sind Teile dieses Gebäudetraktes abgerissen und stellenweise neu bebaut worden.
Nun führt ein neu gestalteter Pfad, der von Pflanzenkübeln gesäumt wird, an jene Stelle, wo von 1941 bis 1945 zum Tode verurteilte Wehrmachtsangehörige erschossen wurden. "Schwer vorstellbar, wie den jungen Männern zumute gewesen sein musste, wenn sie hier her geführt wurden." Tanneberger und seine Begleiter, ebenfalls Mitglieder des Kuratoriums der Stiftung des Zentrums für Friedensarbeit mit Landrätin Barbara Syrbe (Die Linke) an der Spitze, sehen stumm auf den mahnenden Holzpfahl, auf dem als "Zeichen für Hoffnung und Zukunft" eine Regenbogenfahne weht. In die Neugestaltung des Areals flossen rund 4000 Euro. Geld, das aus Sicht der Stiftung gut angelegt ist. "Zu Ehren der Opfer war das notwendig. Viele Besucher - darunter Angehörige der Hingerichteten - äußerten immer wieder den Wunsch, die Stelle zu sehen, an der die tödlichen Schüsse fielen." Nun gibt es diesen Ort des Gedenkens und der Rückbesinnung.
In weiße Papieranzüge gesteckt, das Herz mit roter Farbe markiert, die Hände auf dem Rücken an einem Holzpfahl festgebunden, warteten die Opfer damals auf die tödlichen Schüsse. Es waren junge Menschen, die nicht mehr auf andere schießen wollten, die den Krieg satt hatten oder deren Gesinnung den Nazis nicht passte. Die Gründe für die Todesurteile waren vielfältig - gerechtfertigt war keiner. Die erste Hinrichtung im Anklamer Wehrmachtsgefängnis fand am 1.April 1941 statt; Georg Schadewald ließ an jenem Tag sein Leben. Nach ihm folgten 134 junge Männer. Der letzte, Hans Jessel, starb am 26. April 1945. "Diese 134 sind namentlich bekannt", erklärt Tanneberger. Es gebe aber noch viele Lücken zur Geschichte des Wehrmachtsgefängnisses. Infos dazu wären darum sehr willkommen:
Telefon 03971293427
Nordkurier-Anklam
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