|
::Features::
::Suche::
|
|
Grüne: Kreistag soll Zeichen gegen Rechts setzen
Gremium soll Demokratieverein beitreten. Andere Fraktionen sind skeptisch.
24.05.2012
Vorpommern-Greifswald Die Buttersäure-Anschläge auf den Anklamer "Demokratieladen" und das internationale Kultur- und Wohnprojekt "Ikuwo" in Greifswald haben vermutlich einen rechtsextremistischen Hintergrund. Deswegen fordert die Grünen-Fraktion den Kreistag auf, ein Zeichen zu setzen. Rechte Gewalt müsse verurteilt, ein kritisches und weltoffenes Klima geschaffen werden. So der Tenor eines dreiteiligen Antrages, den die Grünen bei der nächsten Sitzung einbringen wollen.
Kernforderung: Der Kreistag soll als selbstständiges Organ des Landkreises dem Verein "Demokratisches Ostvorpommern - Verein für politische Kultur e.V" beitreten. Der ehemalige Landkreis Ostvorpommern war bereits Mitglied im Verein. Deshalb geht der Vorstandvorsitzende Jörg Raddatz davon aus, dass auch der neue Kreistag beitritt. "Das wäre nur ein formaler Akt."
Doch der Vorstoß trifft längst nicht bei allen Fraktionen auf Zustimmung. Vor allem die CDU ist skeptisch.
Ginge es nach den Grünen, würde sich der Kreistag mit seinem Beitritt wie ein aktives Mitglied in die Arbeit des Vereins einbringen. "Die Abgeordneten könnten bei Veranstaltungen und Aktionen mithelfen. Durch den Kreistag könnten diese dann einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden", schlägt Gregor Kochhan (53) vor. Darüber hinaus soll dieser Schritt für den Verein "eine Anerkennung für die Bemühungen um eine lebendige Demokratie und eine tolerante und weltoffene Gesellschaft sein", begründet Kochhan. Viele einzelne Abgeordnete seien außerdem bereits beigetreten. Zu dem Antrag gehört auch, dass sich der Kreistag mit den Opfern der Buttersäure-Anschläge solidarisch erklären soll. "Es stünde uns gut zu Gesicht zu sagen: So etwas darf hier nicht noch mal vorkommen", so Kochhan. Denn diese Gewalt sei kein örtlich begrenztes Problem, sondern eines, das der gesamte Kreis hat.
"Sich solidarisch erklären, das klingt nach den 70er und 80er Jahren. Damit hat man noch nichts gekonnt", kritisiert Kai Krohn (50), Chef der CDU-Fraktion. "Es riecht nach Aktionismus. Zeichen setzen ist ja gut, aber davon wird niemand abgehalten, mit seiner rechten Gesinnung durch die Straßen zu laufen. Der Grünen-Antrag ist populistisch." Er könne sich zumindest vorstellen, eine Erklärung an die Öffentlichkeit zu richten. "Fraktionsübergreifend und mit großer Entschlossenheit. Hier müssen wir eine einheitliche Front bilden", so Krohn.
Auch die SPD ist skeptisch. "Es gibt mehrere Institutionen. Es ist dann die Frage, wo man seine Kraft investiert, um wirksam zu bleiben", merkt Fraktionschef Norbert Raulin (59) an. Eine rein symbolische Mitgliedschaft lehnt er ab. Sie berge die Gefahr, "sich zu verzetteln" und damit das "Desinteresse an der Demokratie" zu fördern. Auch der FDP-Abgeordnete Christian Bartelt (35) sieht "andere Wege, um demokratisches und weltoffenes Verhalten" zu demonstrieren. "Das kann man in jeder Kreistagssitzung sehen."
Die Linke hingegen ist begeistert. "Wir werden auf jeden Fall dafür stimmen", sagt Fraktionschefin Marlies Peeger (59). In ihrer Partei gebe es viele Mitglieder, die sich für die Vereinsziele engagieren.
Ostseezeitung-Greifswald
|
|
|
::Action::
Infoveranstaltung "Fight Racism now!"
Infoveranstaltung
20.05., Café Median Rostock
Imam Baildi
Konzert
20.05., Peter-Weiss-Haus Rostock
alle Termine
alle Presseartikel
::Presse::
16.05.2013 [NK]
Fast jeden Tag eine rechtsextreme Aktion in MV / Auf elf Seiten listet das Innenministerium in Schwerin Veranstaltungen mit rechtsextremem Hintergrund im vergangenen Jahr auf. Und das sind nur die offiziell gewordenen.
15.05.2013 [SVZ]
NPD-Provokation vor dem Schloss / Die NPD will am 2. Juni in Schwerin zum Tag des offenen Schlosses auflaufen.
15.05.2013 [NK]
Als dumme Nazis die Bücher kluger Menschen verbrannten / Gedenken an Bücherverbrennung in Torgelow
15.05.2013 [NK]
Ordnungsamt: Nicht zu viele Fahnen im Zug der NPD / "Kein Grund zum Einschreiten"
15.05.2013 [OZ]
Zeitzeugen an der Stadtschule / Die Projektgruppe "Stolpersteine" lädt am 29. Mai zur Zeitzeugenveranstaltung mit Erich Kary in die Aula der Großen Stadtschule ein. Erich Kary wurde am 28. November 1924 in Angerburg (Ostpreußen) geboren.
14.05.2013 [OZ]
Nach Diebstahl: Greifswalder Stolpersteine werden neu verlegt / Die Plaketten, die an die vom NS-Regime deportierten und ermordeten Juden erinnern, waren in der Nacht vom 8. auf den 9. November 2012 gestohlen worden.
13.05.2013 [OZ]
Landespolitiker beleuchtet rechten NSU-Terror / Jürgen Suhr hält Vortrag im Grünen-Büro in Stralsund
11.05.2013 [OZ]
Fünf unbekannte Neonazi-Morde? Grüne verlangen Untersuchung / Die Gewalttaten zwischen 1996 und 2001 stehen in dem Verdacht, rechtsextremistisch motiviert gewesen zu sein. Die SPD lehnt eine öffentliche Aufklärung ab.
alle Presseartikel
|