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Kein Mehmet-Turgut-Weg in Rostock

Nach der Entscheidung eines Rostocker Ortsbeirats gegen die Umbenennung einer Straße nach einem der Mordopfer der Neonazi-Zelle NSU denkt die Stadtverwaltung über Alternativen nach.

10.05.2012

Nach der Entscheidung eines Rostocker Ortsbeirats gegen die Umbenennung einer Straße nach einem der Mordopfer der Neonazi-Zelle NSU denkt die Stadtverwaltung über Alternativen nach. "Eine Namensänderung anderer Straßen in der Nähe des Tatorts im Stadtteil Dierkow ist denkbar und könnte geprüft werden", teilte die Stadt auf dpa-Anfrage mit.

Der 25 Jahre alte Imbiss-Verkäufer Mehmet Turgut war 2004 in einem Imbissstand in der Neudierkower Straße erschossen worden. Diese Straße sollte ursprünglichen Anträgen zufolge in Mehmet-Turgut-Straße umbenannt werden. Der Ortsbeirat von Dierkow hatte sich zwar gegen die Umbenennung der Straße gewandt, eine Gedenktafel könne aber aufgestellt werden.

Initiative fordert Gedenken und Widerstand

Der Fall in Rostock war der fünfte innerhalb einer Serie von zehn, zumeist ausländerfeindlich motivierten Morden, für die die Zwickauer Neonazi-Zelle NSU verantwortlich gemacht wird. Nach Worten der Rostocker Senatorin Liane Melzer (SPD) wollen die sieben von der Neonazi-Mordserie betroffenen deutschen Städte in einer gemeinsamen Initiative an die NSU-Opfer erinnern und zum gesellschaftlichen Widerstand aufrufen.

Wichtig sei, an die Morde und die Opfer mit einer einheitlichen Botschaft zu erinnern und zugleich in allen Städten alle zehn Opfer namentlich aufzuführen, sagte Melzer. Nur so würden die Morde in angemessener Weise als Serie und erschreckende Taten von ausländerfeindlichem Charakter gekennzeichnet. Die Stadt Kassel hatte Anfang April mitgeteilt, dass ein Platz nach dem dort ermordeten Halit Yozgat benannt wird. In unmittelbarer Nähe zum Tatort soll auch eine Inschrift "zur Erinnerung und Mahnung" aufgestellt werden. Die Linksfraktion im Schweriner Landtag kritisierte die Entscheidung der Dierkower Ortsbeirats. Dies sei ein Schlag ins Gesicht der in Rostock lebenden Migranten, sagte der migrationspolitische Fraktionssprecher Hikmat Al-Sabty.

Nordkurier

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