links-lang fetzt!

::Features::

Link: Gegen den Nazi-Aufmarsch am 1. Mai in Neubrandenburg Link: Antirassistische Kampagne Stop it! Rassismus bekämpfen, alle Lager abschaffen Link: Antifaschistisches Infoblatt

::Suche::

Internet
links-lang.de

by Google

Rechtsextreme hetzen Ex-Kameraden

10.02.2012

Die rechtsextreme Szene kennt offenbar keine Skrupel, wenn Abtrünnige bestraft werden sollen: Auf einer einschlägigen Internetseite wird derzeit auf perfide Art ein Ex-Kamerad an den Pranger gestellt. Dazu veröffentlicht die Netz-Plattform auch noch die vollständige Adresse des Betroffenen - geradezu eine Einladung zu Racheakten.

Allerdings wird der Betroffene derzeit unter der Adresse nicht zu erreichen sein. Der ehemalige Mit-Administrator einer weiteren rechtsextremen Internetseite sitzt derzeit eine Haftstrafe in Höhe von zwei Jahren und drei Monaten ab. Der 30-Jährige Robert R. wurde vom Landgericht Rostock im Oktober vergangenen Jahres wegen Volksverhetzung, Verwendens verfassungsfeindlicher Symbole, Beleidigung, Aufruf zu Straftaten und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener auf der Internet-Plattfprm Altermedia verurteilt. Schon im Prozess hatte er bekundet, sich Mitte 2010 von Altermedia zurückgezogen zu haben. Statt der rechten Szene wolle er sich fortan mehr der Familie und seiner Verlobten widmen. Kurz zuvor hatte Robert R. zudem einen Brief an die Staatsanwaltschaft Stralsund geschrieben - der Brief, der jetzt die rechte Szene im Land schäumen lässt. "R. hat sich als Kameradenschwein herausgestellt und sich als Idiot bewiesen", heißt es im Internet. Hintergrund: In dem Schreiben beschuldigt R. ein mutmaßliches Mitglied der "Hatecrew Stralsund", den Briefkasten eines Stralsunder Staatsanwaltes in die Luft gesprengt zu haben. Diese Aussage verzeiht die Szene Robert R. nicht: "Wenige Tage bevor am 4. Oktober des letzten Jahres der Prozeß gegen R. und M. vor dem Rostocker Landgericht begann, muß R. der Arsch dermaßen auf Grundeis gegangen sein, daß er sich zu wahrer Niedertracht herabließ", hetzen die sogenannten Kameraden. In einem Leser-Kommentar zum Pamphlet wird denn Robert R. auch gleich als "Denunziant" beschimpft.

Die Staatsanwaltschaft Stralsund bestätigte gestern gegenüber unserer Redaktion die Echtheit des Schreibens, das auch bei der Behörde eingegangen ist. Über den Weg des Briefes hin zu den Betreibern der rechtsextremen Internetseite kann nur spekuliert werden: Anwälte haben natürlich das Recht, Akteneinsicht zu nehmen - und auch Kopien anzufertigen. Möglicherweise waren auch Hacker am Werk. Seitens der Staatsanwaltschaft Rostock - den Anklägern im Altermedia-Prozess, bei dem Robert R. verurteilt wurde - hieß es, dass der Brief in der Hauptverhandlung zur Kenntnis genommen wurde. Bei der Strafmaßbemessung habe er wohl keine oder nur eine sehr, sehr marginale Rolle gespielt. Möglicherweise habe er dazu gedient, einzuschätzen, ob sich Robert R. von der Szene getrennt hat.

Die "Hatecrew Stralsund" wird ausdrücklich im Verfassungsschutzbericht 2010 - der für 2011 ist noch nicht veröffentlicht - erwähnt. "Die ,Hatecrew Stralsund' festigte im vergangenen Jahr zeitweilig die rechtsextremistischen Strukturen der Hansestadt Stralsund", heißt es dort. Sie habe ihre Aktivitäten hauptsächlich im Internet entfaltet. Regelmäßig sei die Ablehnung missliebiger Strafvorschriften sowie der demokratischen Staatsform zum Ausdruck gekommen. Auch eine antisemitische Grundhaltung der Gruppe sei wiederholt und in zynischer Weise deutlich geworden.

Außerdem heißt es im Bericht: "Die ,Hatecrew Stralsund' berichtete zudem über die Sprengung einer Briefkastenanlage an der Privatanschrift eines Staatsanwaltes, der Strafverfahren gegen Mitglieder der Gruppe geführt hatte. Außerdem wurde ein Bild der zerstörten Anlage veröffentlicht. Ein Zusammenhang der Tat mit der ,Hatecrew Stralsund' ist wahrscheinlich." Die Aktion sei auf einer rechtsextremen Internetseite mit der Bemerkung kommentiert worden, "dass sich gewisse Staatsanwälte eben doch nicht alles ungestraft erlauben" könnten. Bei der Seite handelt es sich um diejenige, auf der jetzt Robert R. übel beschimpft wird.

Gerüchte, wonach derzeit geprüft werde, dass einer der beiden Verurteilten aus dem Altermedia-Prozess früher auf freien Fuß gesetzt werden könnte, dementierte das Justizministerium gestern.

Schweriner Volkszeitung

::Action::

Modern Pets + Die Kafkas
Konzert
18.05., AJZ Neubrandenburg

"Keine Zukunft für Nazis"
Infoveranstaltung
21.05., Café Median Rostock

alle Termine
alle Presseartikel

::Presse::

15.05.2012 [OZ]
Bürgermeister fordert dazu auf, weiter weltoffen und tolerant zu sein / Stefan Weigler: Die Aufnahme von Asylbewerbern sollte sich an der gelungenen Integration von Spätaussiedlern orientieren.

15.05.2012 [OZ]
Prora zeigt Ausstellung über NS-Lager Sobibor / Eine polnische Wanderausstellung über das NS-Vernichtungslager Sobibor macht erstmals in Deutschland Station

14.05.2012 [OZ]
Grüne finden Schlapphüte doch gut / Der Landesparteitag in Güstrow bekennt sich im Kampf gegen Rechts zu Verfassungsschutz und Schweriner Weg.

14.05.2012 [NK]
500 junge Vorpommern erheben ihre Stimmen / Auf den Usedomer Peenewiesen herrschte am Sonnabend ein kreatives Treiben für Demokratie. Rund 500 junge Leute waren gekommen, um unter anderem ein Zeichen gegen Rechts zu setzen.

12.05.2012 [OZ]
Turgut-Weg nicht vom Tisch / Stadt prüft nach der Ablehnung einer Gedenkstraße für Mehmet Turgut durch den Ortsbeirates Dierkow Ost-West Alternativen

12.05.2012 [NK]
Wolgast macht Platz für 190 Asylbewerber / 190 Asylbewerber werden in Wolgast noch in diesem Sommer Unterschlupf finden. Doch dazu sind große Anstrengungen nötig. Ein noch bewohnter Block wird in den nächsten Wochen leergezogen. Für diese Kosten muss zunächst die Wohnungswirtschaft aufkommen.

11.05.2012 [OZ]
Wolgast-Nord wird neue Heimstatt für Asylbewerber / Bis Ende Juni soll Wohnblock bezugsfertig sein.

11.05.2012 [OZ]
Viele Migranten sind wütend / Kritik nach Votum gegen einen Mehmet-Turgut-Weg.

alle Presseartikel