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Peter-Weiss-Haus: Sanierung beginnt innen
Im Herbst soll die Sanierung des Peter-Weiss-Hauses beginnen - mit den Sanitäranlagen. 2011 soll es einen neuen Anstrich geben
11.09.2010
.Kröpeliner-Tor-Vorstadt - Wer am Peter-Weiss-Haus in der Doberaner Straße vorbeigeht, wird enttäuscht sein vom Zustand des denkmalgeschützten Gebäudes. Seit anderthalb Jahren wird das ehemalige Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft (DSF) vom Peter-Weiss-Verein bewirtschaftet, der auch Eigentümer der Immobilie ist. Doch passiert ist zumindest äußerlich nichts.
Wie Frank Aßmann (34) vom Peter-Weiss-Verein auf der Ortsbeiratssitzung der Kröpeliner-Tor-Vorstadt (KTV) am Donnerstagabend erklärte, soll nun mit der Sanierung begonnen werden. In diesem Herbst, so der Diplomingenieur, würden die Sanitäranlagen und die Heizung erneuert. "Für die WCs haben wir mindestens 20 000 Euro vorgesehen." Die Finanzierung sei durch Kredite gesichert.
"Bisher wurde das Haus durch die Brauerei geheizt", erläuterte Aßmann. Das sei auch in den Jahren nach der Wende wichtig gewesen, um das Denkmal nicht verkommen zu lassen. Nach einer Modernisierung der Heizung, die parallel zur WC-Sanierung stattfinden soll, wolle man selber für Wärme sorgen. "Im nächsten Jahr werden wir uns vorsichtig der Erneuerung der Fassade widmen", sagte Aßmann und versprach eine Sanierung ganz im Sinne des Denkmalschutzes. "Die unterschiedlichen Bauphasen der Vergangenheit sollen wieder sichtbar gemacht werden." Am Sonntag, zum Tag des offenen Denkmals, aber auch zu den Kulturveranstaltungen im Haus können Besucher einen Blick in das traditionsreiche Gebäude werfen, dessen Möckelsaal zu DDR-Zeiten ein beliebtes Restaurant beherbergte. 1860 wurde es als Ausflugslokal im Grünen vor den Toren der Stadt eröffnet, später zweimal umgebaut und 1977 letztmalig saniert. Im Gästebuch finden sich Eintragungen von Sigmund Jähn und Anna Seghers, die das Haus der DSF besuchten.
Ein Verdienst des Vereins ist auch die Bereicherung des Kulturlebens für KTV und Stadtmitte. Es finden Lesungen, Konzerte und Theateraufführungen statt. Mieter im Gebäude sind die Vereine Literaturhaus, Soziale Bildung und Offene Kinder- und Jugendarbeit. Für letztere ist die Zukunft der Lehrer- und Betreuerstellen allerdings noch nicht gesichert. Zumindest bis Jahresende erhalten Heranwachsende täglich von 14 bis 20 Uhr (am Sonntag bis 18 Uhr) sinnvolle Angebote für ihrer Freizeit.
Ein Blick in den Veranstaltungskalender zeigt einen HipHop-Workshop am Sonnabend (10 Uhr), einen kostenlosen Gitarren-Kurs (Mittwoch 15 Uhr) und einen Zirkuskurs (Donnerstag 14 Uhr). Vom 17. bis 19. September wird in den bewirtschafteten Garten zu einem Theaterfest eingeladen. BARBARA HENDRICH
Ostseezeitung-Rostock
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