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Attacken auf Polizisten

02.09.2010

Rostock (dpa/OZ) - Zwei Jahre nach einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Polizei und Rechtsextremisten in Rostock mit mehreren Verletzten hat gestern vor dem Landgericht der Hansestadt der Prozess gegen fünf Männer begonnen. Sie sollen laut Anklage im August 2008 Polizisten attackiert und mit diversen Gegenständen beworfen haben, als diese ein Konzert der rechtsextremen Szene auflösten.

Früheren Angaben zufolge waren die Besucher der Veranstaltung in einer Halle im Rostocker Stadtteil Gehlsdorf mit Bierflaschen, Bänken und Feuerlöschern auf die Beamten losgegangen. Die Anklage lautet auf gefährliche Körperverletzung, besonders schweren Landfriedensbruch und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Beim Prozessauftakt wollte nur ein 25-jähriger Angeklagter Angaben zum Geschehen machen. Er sagte, er habe nicht gewusst, dass es sich um eine verbotene Veranstaltung handelte. Die Gäste mussten nach den Worten des Mannes Eintritt und Getränke bezahlen. "Das ist so üblich", sagte er. Er betonte, dass sich andere Teilnehmer lediglich gegen die Beamten gewehrt hätten, da diese sofort zugeschlagen hätten. Die anderen vier Beschuldigten kenne er nicht, sagte der Angeklagte dem Richter.

Die anderen Beschuldigten ließen über ihre Anwälte erklären, dass sie während des Prozesses keine Angaben zu den Vorfällen machen würden, die mit Polizei-Videokameras dokumentiert worden waren. Die Aufnahmen wurden gestern im Gerichtssaal vorgeführt.

Das Konzert war den Ermittlungen zufolge als private Geburtstagsfeier getarnt gewesen. In Wirklichkeit sei ein 27 Jahre alter Angeklagter Organisator der kommerziellen Veranstaltung gewesen, sagte ein Polizist gestern als Zeuge. Er habe sich nach Hinweisen am Tag der Veranstaltung mehrfach mit dem Mann getroffen und auch die Halle besichtigt. Für ihn habe sich dabei der Verdacht bestätigt, dass es sich um eine rechtsgerichtete Musikveranstaltung handeln sollte.

Die Polizei habe ein Verbot und 30 Platzverweise ausgesprochen. Als sie die Veranstaltung schließlich polizeilich beenden wollte, seien die Beamten sofort angegriffen worden.

Bei der Randale, die für großes Aufsehen in der Region gesorgt hatte, waren elf Beamte und drei Konzertbesucher verletzt worden. 38 mutmaßliche Gewalttäter aus Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Berlin wurden festgenommen - sechs Frauen und 32 Männer im Alter von 19 bis 37 Jahren. Nachdem die Polizei die Veranstaltung aufgelöst hatte, waren verschiedene rechtsextremistische Propagandamaterialien sichergestellt worden.

Das Rostocker Landgericht hat vier weitere Verhandlungstage angesetzt.

Ostseezeitung

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