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Hochglanz-Nazis

Das Magazin GEO inszeniert ausgerechnet in Burg Stargard ein Fotoshooting mit NPD und Kameradschaftsführern. In der Kleinstadt entwickelt sich die rechte Szene erfolgreich nach dem Vorbild Vorpommerns.

21.09.2005

"'Heimat' ist problematisch", heißt es im Vorwort der GEO. Das vor allem als bildgewaltig bekannte Reportage-Magazin begibt sich in seiner Oktoberausgabe auf die Suche nach Erklärungen und Ansichten zu eben diesem Begriff. Problematisch ist allerdings auch die Umsetzung des Themas. Der Fotograf Berthold Steinhilber, "bekannt für seine Kunst, Landschaften und Menschen in besonderes Licht zu setzen", setzt nämlich auch eine Gruppe Neonazis aus Mecklenburg-Vorpommern in ein besonderes Licht.

Vor einem Gedenkstein für "unsere gefallenen Helden" des Ersten Weltkriegs stellen sich dazu drei rechte Frauen samt schwarzer Fahne auf. Rechts und links daneben postieren sich die beiden Ueckermünder Aktivisten vom "Heimatbund Pommern" Marco und Tino Müller mit ihren Marschtrommeln. Letzterer war auch Sprecher einer rassistischen "Bürgerinitiative" und kandidierte für die NPD bei den Bundestagswahlen im Wahlkreis 18. Auch die beiden letzten Teilnehmer des rechten Stilllebens sind auf der NPD-Landesliste. Der Heringsdorfer Michael Gielnik, Redner für das Nazi-Netzwerk Soziales und Nationales Bündnis Pommern, tritt im "Nationalsozialist"-T-Shirt an. Der bundesweit aktive Thomas Wulff, genannt "Steiner", wählt das übliche Outfit. Zwar stellt die Bildüberschrift klar, dass es sich um kaschierte braune Ideologie handelt. Das Foto selbst erinnert aber mehr an ein Auftragswerk als an die Arbeit eines Fotojournalisten. Pünktlich zu den erschreckenden Stimmengewinnen der NPD im Land werden die Neonazis genauso abgebildet, wie sie es gerne hätten. Welche Aussage der Fotograf selbst mit dieser "Ästhetik" im Sinn hatte, wird in der Reportage auch so recht nicht deutlich. Die gewählte Location in Mecklenburg dürfte für die angereisten Neonazis aus Vorpommern allerdings eine ganz klare Aussage haben: In Burg Stargard entwickelt sich die rechte Szene nach dem Modell der Models. Was im Osten des Bundeslandes erfolgreich läuft, wird in ähnlicher Form jetzt in einer weiteren Region installiert. Volkstanz, Wanderungen, Propagandaaktionen... unter Beteiligung des rechten Gemeindevertreters Norman Runge betreiben Neonazis in der Kleinstadt Jugendarbeit nach dem Vorbild des "Heimatbund Pommern". Der Rostocker, ursprünglich Neustrelitzer Neonazi David Petereit ließ dann auch einen "Kulturkreis Mecklenburg-Strelitz" in das Vereinsregister eintragen - auch dazu findet sich ein Pedant in Vorpommern.

Links

Heimatbund Pommern stoppen!
Kampagne gegen die Neonazis aus Vorpommern
http://www.heimatbundpommernstoppen.tk/

"Gibt es Eiscreme auch für Nazis?"
Am vergangenen Sonnabend fand in Burg Stargard ein Stadtrundgang gegen einen rechtsradikalen Gemeindevertreter des Ortes statt.
links-lang.de vom 13.05.2005
http://www.links-lang.de/0505/05.php

Alter Wein in neuen Schläuchen
Die Mecklenburgische Aktionsfront vernetzt bestehende neonazistische Strukturen.
links-lang.de vom 19.05.2004
http://www.links-lang.de/0405/10.php

Deutsche Täter sind keine Helden!
Am Freitag, dem 18. Juni 2004, wurde mit einer Verhüllungsaktion gegen rechtes "Gedenken" in Burg Stargard protestiert. Bereits drei Wochen zuvor hatten vierzig Antifas in der Kleinstadt bei Neubrandenburg über tausend Flugblätter verteilt. Darin wurde über Neonaziaktivitäten in dem Ort informiert und zu einem stärkeren Engagement gegen rechte Propaganda aufgerufen.
links-lang.de vom 21.06.2004
http://www.links-lang.de/0406/07.php

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"Zur Hebung der Gesundheit und der Wehrkraft" - Fußball in Rostock im Nationalsozialismus
Infoveranstaltung
09.02., Peter-Weiss-Haus Rostock

Dresden Nazifrei 2012
Infoveranstaltung
09.02., Ikuwo Greifswald

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Auf der Suche nach Maß / Verwaltungen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte diskutieren über neuen Umgang mit Wahlwerbung

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