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Antifa Rostock: Polizei auf Konfrontation aus

Antifaschistische Demonstration zum Tag der Befreiung in Rostock von Polizeiübergriffen begleitet - Anschließend Überfälle durch Neonazis - 400 Antifaschist/innen kritisieren neuen deutschen Opfermythos

09.05.2004

Eine Pressemitteilung der Antifa Rostock.

Eine Demonstration antifaschistischer Gruppen am 08. Mai in Rostock wurde von unbegründeten und heftigen Polizeiübergriffen mit mehreren Festnahmen begleitet. Davon ließen sich die 400 teilnehmenden Antifaschist/innen jedoch nicht einschüchtern und demonstrierten am Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus für die Erinnerung an die Opfer des deutschen Vernichtungswahns und gegen Tendenzen in der öffentlichen Diskussion, aus den Tätern von einst Opfer zu machen.

In der Kröpeliner Straße bahnte sich die Polizei plötzlich und grundlos mit Gewalt einen Weg in die Demonstration und nahm mehrere Personen fest. Andere wurden dabei verletzt. "Es ist ein Skandal, dass die Polizei 12 Jahre nach den Ereignissen von Rostock-Lichtenhagen eine Demonstranten angreift, die an die Befreiung vom Nationalsozialismus erinnert", so Julia Gersten, Pressesprecherin der Antifa Rostock.

"Die Polizei war von vorneherein auf Konfrontation und Provokation aus", resümiert Thorsten Brandt, Pressesprecher der Antifa Rostock. "Ein Bus auswärtiger Antifaschist/innen wurde stundenlang durch Vorkontrollen aufgehalten. Auf der Polizeiwache wurde eine festgenommene Person von Polizisten mit Tritten verletzt. Gegen die zahlreichen Neonazis in der Stadt unternahm die Polizei dagegen nichts. Ihre Kundgebung am Abend wurde von ihr weiträumig abgesperrt und geschützt. Von dieser Unterstützung staatlicherseits ermutigt überfielen Rechtsextreme im Anschluss einzelne Antifaschist/innen und verletzten sie teilweise schwer."

Die Antifa Rostock als einer der veranstaltenden Gruppen der antifaschistischen Demonstration ist nicht bereit, den Polizeieinsatz zu akzeptieren. "Wir prüfen, zusammen mit den Betroffenen juristische Schritte gegen die Polizei einzuleiten", so Thorsten Brandt.

Nachtrag der Antifa Rostock: Nach Rücksprachen innerhalb der Gruppe wurden Passagen in der Pressemitteilung geändert.

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