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Neues Domizil für´s AJZ
Während neue Räume für den Neubrandenburger Club in Sicht sind, hat die Demonstration vom Wochenende noch ein Nachspiel.
01.10.2003
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| Demmo, 800x321, 147 KB |
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| "Solange ihr in Villen wohnt, scheissen wir auf eure Sparprogramme", 640x964, 300 KB |
Vier Tage nachdem in Neubrandenburg rund 150 Menschen für den Erhalt des Alternativen Jugendzentrums demonstrierten, ist ein nun Ausweichobjekt sicher. Mit einem privaten Vermieter schließt der Verein dieser Tage einen Vertrag für eine ehemalige Diskothek ab. Buchstäblich in letzter Minute - denn aus dem alten Gebäude sollte der Club bis Ende September ausziehen (siehe diesen Artikel vom 19.09.2003).
Neuanfang mit Unsicherheiten
Die neuen Räumlichkeiten schätzen die AJZ - Leute als ideal ein. Mit dem neuen Haus werden möglicherweise auch Veränderungen kommen. Im zehnten Jahr des Clubs soll der Umzug auch für Diskussionen um Konzepte und Ziele genutzt werden.
Trotz der Erleichterung bleiben Unsicherheiten. Das Mietverhältnis läuft jeweils nur ein Jahr und muss dann erneut verlängert werden. Außerdem kündigte die Stadt dem Club an, seine Finanzierung um mehr als ein Drittel zu kürzen.
Widersprüchliches zur Demonstration
Noch am Samstag unterstützten Neubrandenburger Leute und Freunde aus ein paar anderen Städten und Dörfern MV´s den Alternativ-Laden mit einer Demonstration von der Innenstadt zum AJZ. Auf dem Boulevard der City wurde sich zunächst mit Infotisch, Trommeln, Jonglage, Schmalzstullen und ordentlich lauter Musik getroffen. Letztere empörte ein paar Geschäftsleute, die an dieser Stelle sonst "Willy Freibier" zujubelten. Erst als die Band ONEMATOPE das Cover von "My Way" intonierte lächelte auch die Bäckersfrau. Auf den Weg machte sich dann eine Demonstration, die im nachhinein von vielen als "okay" und "gut" bewertet wurde. Das in der Demo-Gestaltung noch Potential besteht blieb außer Frage, für mehr Verärgerung sorgten allerdings die Menschen, die abends zur letzten Party und vorherigen Veranstaltungen in deutlich größerer Anzahl erschienen. Konsum statt Aktion?
Die Demonstration hat auch noch ein rechtliches Nachspiel - das Ordnungsamt der Stadt erhielt von den Anmeldern der Demonstration einen Widerspruch gegen den Auflagenbescheid. Zum einen soll damit gegen eine Beschneidung der Demonstrationstrecke vorgegangen werden, die gerade vor dem Hintergrund der letzten Neonaziaufmärsche ein "fatales Signal" ist. Außerdem werden der "tendenziöse Grundtenor" des Bescheides und unwahre Behauptungen zurückgewiesen. Das Ordnungsamt von Neubrandenburg fiel bereits mehrmals negativ auf - zuletzt durch die Schikanen nach einer Demonstration für die Rechte von Flüchtlingen (siehe diese Meldung vom 24.09. 2003).
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