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Endspurt für die Braunfäule
Am Sonnabend demonstrierten zum vierten Mal innerhalb weniger Wochen Neonazis in Rostock. Hunderte Antifaschist/innen ließen die 80 Faschos in Rufen und Gelächter untergehen.
02.06.2003
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Der Applaus war groß. Kurz nachdem die Neonazis ihre Kundgebung auf dem abgesperrten Rostocker Uni-Platz beendet hatten, betrat eine mit Schutzanzug und Spraypistole ausgerüstet Gestalt den Platz. Unter dem Slogan "Desinfiziere Braunfäule" wurde symbolisch das Areal gereinigt.
Viel Schmutz ist es nicht gewesen, den die Neonazis um die Aktionsgruppe "Festungsstadt Rostock" hinterlassen hatten. Gerade einmal 80 Faschos hatten sich zur vierten Demo innerhalb eines Monats zusammengefunden und zogen gelangweilt durch die Stadt. Wären nicht die mehreren hundert Antifaschist/innen gewesen, so schien es, hätten selbst die Redner nicht so recht gewußt, was sie hätten sagen sollen. So konnten Lars Jacobs und seine Freunde, immer in Richtung der Protestierer/innen statt der "Kameraden", über antifaschistische Gewalt lamentieren und darüber klagen, dass Rassismus nicht als Meinung anerkannt werden würde. Um im nächsten Moment mit sich überschlagender Stimme herauszukreischen, für Deutschland einmal sterben zu wollen.
Eine witzige Vorführung, die in Pfiffen, Rufen und Gelächter unterging. Entgegen letzten Aufmärschchen in Rostock sperrte die Polizei am Sonnabend nicht das gesamte Stadtviertel für die Neonazis ab, so dass es den mehr als 300 Gegendemonstrant/innen mit geringen Aufwand möglich war, ihrem Unmut laut Luft zu machen.
Die Fascho-Demo war die letzte von dreien, mit denen die Neonazis gegen den Abbruch eines Aufmarsches Ende April protestieren wollten. Damals blockierten mehrere hundert Antifaschist/innen verschiedene Punkte der Route. Was sich die Mannen um Christian Worch und Lars Jacobs von den Demos im Wochentakt real erhofften, ist unklar. Eines jedoch haben sie offensichtlich nicht geschafft: Den Protest gegen ihre mordbringende Ideologie ermüden zu lassen.
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