Junge Leute engagiert im Kampf gegen Rechts
08.07.2010
Michael Seifert
HAGENOW - Sich gegen rechtes Gedankengut zu wehren, sich für Toleranz, Demokratie, Verständigung und ein friedvolles Miteinander zwischen Menschen verschiedener Rassen und Anschauungen einzusetzen - damit können Kinder und Jugendliche nicht früh genug anfangen. In der Europaschule Hagenow wird das schon seit langer Zeit über die vom ASB getragene Schulsozialarbeit mit Erfolg praktiziert. So gab es in den vergangenen Tagen in den Klassenstufen 2, 6, 7 und 8 verschiedene Projekte, die dieses Thema zum Inhalt hatten.
"Diese Angebote laufen in Kooperation mit dem Verein Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin", so Schulsozialarbeiterin Corinna Wolf gegenüber SVZ. "Die Klasse 8a beschäftigte sich zum Beispiel mit dem Thema ,Der Kampf um die Laterne'. Referent Marcus Barwitzki hatte den jungen Leuten über eine Po wer-Point-Präsentation erklärt, wie die Rechten ihre Parolen auf Laternenmasten kleben, um so mit ihre volksverhetzenden Losungen in die Öffentlichkeit bringen. Er erklärte die Vorgehensweise der Rechtsextremen, welchen Hintergrund diese Aktionen haben und was damit bezweckt werden soll. Am Ende dieses Projekttages stand die Herstellung eines Buttons, auf denen die Schüler klare Positionen gegen Rechts dokumentiert hatten."
Am Tag zuvor weilte Gerlinde Zimmermann vom Verein Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin in der Europaschule, die in den allen zweiten Klassen eine Bildergeschichte mit dem Titel "Der fremde Vogel" vorstellte. Sie handelte von zwei befreundeten Tieren, die dann mit einem Mal ein völlig fremdes Tier kennen lernen, und es zunächst als Ausländer ablehnen - die Kinder der 2a, b und c erlebten auf anschauliche Weise, wie Ausgrenzung vor sich geht und was man dagegen tun kann. Als dann in der Geschichte zwei kahlköpfige Hasen mit Spingerstiefeln auftauchten, halten alle drei Tiere zusammen und setzten sich gemeinsam zur Wehr...
Schüler setzten ihre Eindrücke selbst kreativ um
Doch damit nicht genug der Projekte und Aktionen im Kampf gegen Rechts, für Demokratie und Toleranz, mit denen sich die Europaschüler beschäftigten. "In der vergangenen Woche sind wir mit den 7. Klassen in die Gedenkstätte Wöbbelin gefahren, es gab Informationen zu den Geschehnissen aus der Zeit des Nationalsozialismus, es gab eine Führung durch die Gedenkstätte, es wurde das Denkmal von Jo Jastram aus dem Jahre 1960 zum Todesmarsch der Häftlinge besichtigt. Die Jugendlichen hatten danach auch einige Aufgaben zu lösen. Bei einer Picknick-Pause im Park war es dann an den Schülern, kreativ zu arbeiten und die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. "Die Mädchen und Jungen sollten das Denkmal beschreiben oder zeichnen. Die Jugendlichen stellten auch viele Entwürfe für neue oder modernere Denkmale vor, das war wirklich beeindruckend", so Corinna Wolf.
Ziel der Europaschule und damit auch der Schulsozialarbeit ist es, schon die 4. Klassen an dieses Thema heranzuführen und mit den Schülern in die KZ-Gedenkstätte nach Wöbbelin zu fahren, erläuterte Corinna Wolf das weitere Vorgehen. "Aber nach den Ferien werden erst einmal die 6. Klassen nach Wöbbelin fahren und in Auswertung dieser Exkursion Präsentationsmaterial erarbeiten", so die ASB-Schulsozialarbeiterin, die auf die große Abschlussveranstaltung zum Projekt gegen Rechtsex tremismus verweist, zu dem Gerlinde Zimmermann heute in der Europaschule erwartet wird.
Schweriner Volkszeitung-Hagenow
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