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16.07.2003
Vandalismus in der Siedlung - Dabeler beunruhigt über Entwicklung in der Siedlung - Skepsis gegenüber Asylheim

Dabel Zunehmend breitet sich Vandalismus in den leer stehenden Wohnblocks der Dabeler Siedlung aus. Darauf machte eine Einwohnerin auf der letzten Gemeindevertretersitzung aufmerksam. "Was wird dagegen unternommen?", wollte sie wissen. Auch CDU und Wählergemeinschaft legten mit ihren Fragen die Finger auf wunde Punkte.

Und davon gibt es leider seit dem Leerzug der zehn Wohnblocks in der Dabeler Siedlung eine ganze Menge.

"Da rücken welche mit Brecheisen an, reißen Türen raus und Fenster auf. An einem Block sind die Hintertüren schon alle demoliert", hat eine Dabelerin beobachtet, die sich um diese Entwicklung große Sorgen macht. Vor allem fürchtet sie auch, dass das unmittelbare Umfeld in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Außerdem habe man den Eindruck, meinte sie, dass in letzter Zeit doch so einige Leute einfach auf eigene Faust Wohnungen in den Blocks mit Beschlag belegt haben.

"Wieweit kann die Gemeinde darauf Einfluss nehmen, so etwas einzudämmen?", wollte die Einwohnerin wissen?

Es habe in dieser Beziehung schon Gespräche zwischen Bürgermeister und Polizeiinspektion Sternberg gegeben, so der stellvertretende Bürgermeister Dr. Rainer Brandt. Und es wurde von der Polizei versprochen, schnell zu reagieren und das Gebiet verstärkt zu kontrollieren, meinte er.

Doch sind sich wohl alle im Klaren, dass das Problem kaum in den Griff zu bekommen ist, solange die zehn Wohnblocks noch leer stehen.

Deshalb sieht Gemeindevertreter Rainer Brandt in der vom Landkreis beabsichtigten Eröffnung eines Asylbewerberheimes in einem der Blocks eine Möglichkeit, "dieses Gelände wenigstens teilweise zu bewohnen und zu sichern". Doch ist lediglich der kleinste der Blocks für diesen Zweck vorgesehen. Er soll aus der gesamten Insolvenzmasse ausgegliedert, verkauft und für den neuen Zweck hergerichtet werden. Die Eröffnung des Asylbewerberheimes ist vom Landkreis Parchim für den 30. September geplant.

"Was aber geschieht mit den anderen Blocks?", diese Frage warf Klaus Esche von der CDU-Fraktion in die Diskussion. Denn dies müsse die Gemeindevertretung doch mit berücksichtigen bei der Entscheidung über die Nutzungsänderung für das geplante Asylheim, meinte er. Eine Antwort aber konnte darauf niemand so recht geben.

Doch wusste Gemeindevertreter Ernst Schmidtke (PDS), der sich als Berufskollege mit dem Insolvenzverwalter unterhalten hatte, dass auch dieser noch keine konkreten Vorstellungen über die Zukunft der Siedlung habe. "In den geförderten Abriss der Häuser führt kein Weg 'rein", habe der Insolvenzverwalter gemeint, so Schmidtke. Dieser sei auch bereit, weitere einzelne Blocks zu verkaufen, betonte Ernst Schmidtke. Doch gebe es bisher noch keine Interessenten. So scheint denn erstmal die Nutzung von fünf Aufgängen mit jeweils zehn Wohnungen für das Asylbewerberheim erstmal die einzig greifbare Alternative contra den Leerstand zu sein. Doch damit haben viele Dabeler Bauchschmerzen. Es müsse erstmal eine Einwohnerversammlung zu diesem Thema geben, forderte Uwe Schliehe (Wählergemeinschaft), bevor die Gemeindevertretung über die Nutzungsänderung des Wohnblocks entscheiden kann.

"Welche Auswirkungen hat die Einrichtung so eines Asylbewerberheimes auf unser Konzept zum Staatlich anerkannten Erholungsort?", wollte Dietrich Nucklies (Wählergemeinschaft) wissen. Ihm sei nicht bekannt, dass dieses Kriterium irgendeine Rolle spiele bei der Entscheidung über diesen Status, meinte dazu Frank Leuschner, Leiter des Ordnungsamtes des Landkreises Parchim. Sternberg trage den Titel ja auch und habe bisher ein Asylheim.

Wie wird dem berechtigten Sicherheitsbedürfnis der in der Siedlung verbliebenen Einrichtungen nach Eröffnung des Asylbewerberheimes Rechnung getragen? wollte die CDU-Fraktion wissen.

In so einer Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber sei tagsüber ständig Personal beschäftigt, so Leuschner. Außerdem werde so ein Objekt durch einen Sicherheitsdienst bewacht. Und dies nicht nur sporadisch. "Es ist ständig ein Wachmann vor Ort, der mit allem ausgestattet ist, was im Problemfall nötig ist", meinte er.

Dass mit so einer Einrichtung "eine Menge Sprengstoff in die Gemeinde hineingetragen werde", sei klar, meinte Hans Diederichs (CDU). Da die Gespräche dazu seit 1. April laufen, hätte man wenigstens die Gemeindevertreter schon mal vorher informieren müssen", kritisierte er.

Evelyn Bubber-Menzel

Schweriner Volkszeitung-Parchim

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