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16.07.2003
1000 Motorrad-Rocker in Anklam - "Bandidos" aus ganz Europa planen Treffen auf Flugplatz - Sicherheitsbehörden warnen


Von den Redaktionsmitgliedern Matthias Lanin und Siegfried Denzel

Ostvorpommern. Geschlossene Gesellschaft auf dem Anklamer Flugplatz: Vom 24. bis 28. Juli haben sich knapp 1000 Mitglieder der Motorrad-Rocker "Bandidos" angesagt, um während dieser fünf Tage ihr nicht öffentliches Jahrestreffen zu begehen. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigten gestern Bürgermeister Michael Galander (parteilos) und die Anklamer Polizeidirektion. Während der Rathauschef die - offenbar am eigentlich zuständigen Anklamer Ordnungsamt vorbei - erteilte Genehmigung damit begründete, dass "dadurch Geld in die Stadtkasse kommt" und eine Ablehnung schlecht für den Ruf Anklams gewesen wäre, sieht man bei den Ordnungsbehörden das Treffen mit gemischten Gefühlen: Denn eigentlich wollten sich die aus ganz Europa anreisenden Motorrad-Rocker in Dänemark treffen - dort aber hatte die Polizei offenbar nach schweren Zusammenstößen zwischen den "Bandidos" und den konkurrierenden "Hells Angels" strenge Kontrollen angekündigt.

Worauf die Organisatoren auf das Jahrestreffen im skandinavischen Land verzichteten. Nach Recherchen unserer Zeitung war dies für das "Bandidos"-Chapter Neubrandenburg die Gelegenheit, in die Bresche zu springen: Der Club in der Vier-Tore-Stadt gehört den Motorrad-Rockern seit einem Jahr "zur Probe" an - ein erfolgreiches Treffen könnte die Vollmitgliedschaft erleichtern. Jedoch: Während sich die "Bandidos" in der Öffentlichkeit einschließlich des Internets als friedliche Motorrad-Enthusiasten preisen, sind zumindest Mitglieder des Stralsunder Chapters den Strafverfolgern schon mehrfach aufgefallen: unerlaubter Waffenbesitz, Körperverletzung, versuchter Totschlag und Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz - so sollen einige Vorwürfe gelautet haben.

Kriminalisten beobachten seit einiger Zeit eine "aggressive Ausdehnung" der "Bandidos" unter dem "Einfluss hochkrimineller Mitglieder".

Weitere Einsätze

Die Polizei macht sich deshalb auch beim bevorstehenden Anklamer Treffen auf einen Großeinsatz gefasst - nicht dem einzigen übrigens am letzten Juli-Wochenende: Denn am 26. Juli macht die NDR-Sommertour mit Bands wie "Mr. President" oder "Papermoon" im Hafen der Kreisstadt Station. "Da müssen wir ebenfalls Kräfte binden", meint Polizeisprecher Axel Falkenberg. Außerdem haben Rechtsextreme für den 26. Juli in Wolgast eine Protestkundgebung gegen die bekanntlich ab Donnerstag nächster Woche in Peenemünde zu sehende Wehrmachtsausstellung angekündigt. "Und außerdem haben wir die allgemeine sommerliche Verkehrslage", gibt Falkenberg noch zu bedenken.

Nordkurier-Anklam

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