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12.07.2003
Lehrlinge lernen, Konflikte nicht mit Gewalt auszutragen - Sozialpartner weiten Förderprojekt gegen Fremdenhass aus
Schwerin (T.R.) Wirtschaft und Gewerkschaft rücken in Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam gegen jugendliche Gewalt und Fremdenfeindlichkeit in Unternehmen und Berufsschulen vor. Der Arbeitgeberverband Nordmetall und die Industriegewerkschaft Metallwollen das 2001 in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg gestartete Projekt "PAT - Pro Akzeptanz und Toleranz" ausweiten, kündigte Projektchefin Hannelore Wilken an. 170 Ausbilder aus Betrieben, Berufsschullehrer und Sozialpädagogen werden sich in diesem Jahr an dem Projekt beteiligen, 40 mehr als im vergangenen Jahr. Etwa die Hälfte kommt aus Mecklenburg-Vorpommern.
Inzwischen engagieren sich 60 Unternehmen und Einrichtungen Norddeutschlands bei dem Projekt. Ziel sei es, den Umgang mit Konflikten zu erlernen, sagte Wilken. Die entstehen in Krisenzeiten oder Zeiten ökonomischer Umbrüche oft dadurch, dass der soziale Status vieler bedroht ist oder bedroht zu sein scheint, und eine solche als Konflikt erlebte Situation nicht mehr mit anderen Instrumenten verarbeitet oder bewältigt werden kann. Zu spüren seien die Spannungen vor allem in den überbetrieblichen Ausbildungszentren. "Da sind die Probleme häufiger als in den Unternehmen", meinte Wilken.
In dieser Situation solle das vom Bildungswerk der Wirtschaft entwickelte und durch das EU-Förderprogramm Xenos "Leben und Arbeiten in Vielfalt" sowie den Sozialpartner finanzierte Projekt den Teilnehmern mehr Sozialkompetenz vermitteln. "Bei den Ausbildern, die auf Jugendliche in einer Phase der Identitätssuche großen Einfluss haben, soll die Wahrnehmung dafür geschärft werden, dass sich Jugendliche besser aufgehoben fühlen", erklärte Wilken. Neben der fachlichen Ausbildung kommen auf die Ausbilder immer mehr Aufgaben in den sozialen Kompetenzfeldern zu. Jugendliche, die in Betrieben mit einer Atmosphäre arbeiten, in der sie sich wohlfühlen, seien nicht so anfällig, Konflikte mit Gewalt auszutragen. Das Projekt solle zudem dazu dienen, dass sich Teilnehmer für kulturelle Unterschiede im Verhalten öffnen.
Schweriner Volkszeitung
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