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11.07.2003
"Region steht hinter der Wehrmachtsausstellung" - Museumsdirektor hält Peenemünde für idealen Platz
Peenemünde Die vieldiskutierte Wehrmachtsausstellung wird vom 25. Juli bis 7. September erstmals in Mecklenburg-Vorpommern zu sehen sein. Rechte Gruppen rufen im Internet zu Protesten auf.
Von Thomas Volgmann
Noch sieht die ehemalige Turbinenhalle wie eine riesige Baustelle aus. Doch schon in 14 Tagen soll in dem 1600 Quadratmeter großen Gebäudekomplex auf dem Gelände der einstigen Raketenversuchsanstalt Peenemünde die Ausstellung "Die Verbrechen der Wehrmacht" eröffnet werden.
"Wir liegen im Plan", sagt der Leiter des Historisch-Technischen Informationszentrums Peenemünde, Dirk Zache. 15 Greifswalder Studenten, die die Besucher durch die Ausstellung führen werden, haben befristete Verträge bekommen. Auch ein Politologe des Hamburger Instituts für Sozialforschung, der die Ausstellung mit konzipiert hat, wurde eingestellt.
"Wir erwarten etwa 20000 Besucher", meint Zache. Die Ausstellung, die unmittelbar neben dem Raktenmuseum aufgebaut werden soll, befindet sich bis zum 13. Juli noch in Schwäbisch Hall bei Stuttgart. Im Mittelpunkt der Präsentation stehen Zeitdokumente zur Rolle der Wehrmacht bei der Judenverfolgung im zweiten Weltkrieg, bei der Unterdrückung der Zivilbevölkerung in Osteuropa und Verschleppung von Zwangsarbeitern.
Zache sieht in Peenemünde den idealen Platz für das Vorhaben. Erstmals stehe die Ausstellung auf einem weltbekannten ehemaligen Wehrmachtsgelände. "Ich hoffe, dass wir damit auch dem noch vorhandenen Mythos Peenemünde entgegen treten können, wie es mit dem Mythos Wehrmacht der Fall ist."
Doch dagegen machen die Gegner der Ausstellung mobil. "Lügenausstellung" und "Unsere Großväter waren in Ordnung", heißt es auf nationalistischen Seiten im Internet. Für den 26. Juli in Wolgast und 2. August in Peenemünde wurden bereits Aufmärsche angemeldet.
"Diese Demonstrationen werden wir nicht verbieten können", sagt Barbara Syrbe (PDS), Landrätin von Ostvorpommern. Stattdessen werden von zahlreichen Parteien, Vereinen und Unternehmen für diese Tage kulturelle Gegenveranstaltungen wie Musikkonzerte geplant. "Die Region steht hinter der Wehrmachtsausstellung", meint Dirk Zache.
Schweriner Volkszeitung
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