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09.07.2003
Rechte Flugblätter vor Schule verteilt - Mutter fordert Auseinandersetzung mit Propagandaschriften auch im Unterricht
Ueckermünde (wei). Am vorletzten Schultag sind vor der Ueckermünder Haupt- und Realschule Flugblätter der Pommerschen Aktionsfront verteilt worden. Bei dieser Organisation handelt es sich nach Angaben der Polizei um einen Dachverband, unter dem sich rechte Gruppen und Vereinigungen vor allem im Landkreis Ostvorpommern zusammen gefunden haben. Ein Schwerpunkt in der Öffentlichkeitsarbeit dieser Gruppen sei zurzeit die Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht - Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941 - 1944", die ab dem 25. Juli in Peenemünde gezeigt wird. Das Flugblatt ruft Schüler zum Boykott von Klassenfahrten zur Ausstellung über die Wehrmacht auf und suggeriert, dass im Schulunterricht das Bild eines mordlüsternen und unmenschlichen deutschen Soldaten vermittelt werde.
Wenn Flugblätter mit rechter Propaganda vor einer Schule verteilt werden, sollten sich nicht nur die Familien, sondern auch die Lehrer im Unterricht damit auseinandersetzen, forderte eine Mutter. Ihr Sohn hatte so ein Blatt mit nach Hause gebracht. Die Kinder dürften mit derartigen Behauptungen und Verfälschungen der Geschichte nicht allein gelassen werden, gab die Frau zu bedenken.
Auseinandersetzung statt Stillschweigen hält auch Thomas Krense, Leiter der Kriminalpolizeiinspektion Anklam, in Zusammenhang mit solchen Hetzschriften für richtig. Rechte Organisationen hätten auch direkt an Schulen geschrieben und Informationsmaterial dorthin geschickt, um ihre Auffassung von der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg zu verbreiten. Sie umgingen bei ihrer Propaganda geschickt Äußerungen und Symbole, die einen Straftatbestand darstellen, erklärte Krense.
Nordkurier-Ueckermünde
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