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Gegen das Vergessen

03.05.2010

von Simone Herbst

WÖBBELIN/NEUSTADT-GLEWE - Zur Begegnung der Generationen anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Wöbbelin und des Außenlagers Neustadt-Glewe des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück waren am Wochenende viele Gäste aus dem In- und Ausland gekommen. Überlebende aus den USA, Israel, Belgien, Polen und Deutschland sowie viele Angehörige von Opfern, vor allem aus den Niederlanden. 65 Jahre nach dem Ende der NS-Herrschaft wurde an beiden historischen Orten an die Geschehnisse und das Leiden der Menschen erinnert, der Opfer in Würde gedacht und gemahnt.

Das Lager Wöbbelin - Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme - war erst im Frühjahr 1945 errichtet worden und existierte nur zehn Wochen. Die Bedingungen waren katastrophal. Als die Alliierten Deutschland besetzten, wurde das KZ ab Mitte April zum Auffanglager für weitere Transporte aus anderen Konzentrationslagern. Von den ca. 5000 Häftlingen aus 20 Nationen kamen mehr als 1000 an den Folgen von Misshandlung, Erschöpfung und Hunger ums Leben.

An das unmenschliche Leiden der Opfer und an die grausame Geschichte beider Orte wurde in Gedenkveranstaltungen am 1. und am 2. Mai erinnert und der Tag der Befreiung gewürdigt. Worte der Trauer, des Unfassbaren, des Vermächtnisses und der Verantwortung für die Zukunft fanden viele: Viola Tonn, Bürgermeisterin von Wöbbelin, Reinhard Mach, stellvertretender Landrat, Dr. Carina Baganz, Vorsitzende des Fördervereins Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin, Christoph Frey, ebenfalls Förderverein, Landrat Rolf Christian sen, Jan van Putten, Bürgermeister der Stadt Putten (Niederlande), Salomon Birenbaum, Überlebender des KZ Wöbbelin und Landesrabbiner William Wolff. Darüber hinaus boten diese Tage der Begegnung viele Gelegenheiten zu Gesprächen mit Zeitzeugen. Und es gab Versprechen von Angehörigen. Wie von Anne Marie Rohde, Tochter der KZ-Insassin Regina Blumen. Sie sagte sie sei die lebendige Erinnerung an die furchtbaren Ereignisse und werde davon immer und immer wieder Zeugnis ablegen.

Gestern Nachmittag gab es im Kreistagssaal des Landratsamtes in Ludwigslust ein Podiumsgespräch mit den Ehrengästen Erich Kary aus Ludwigslust, Laszlo Berkowits aus Washington, Janusz Kahl und Wanda Zatryb aus Polen. Anschließend stellten Schüler den Gästen aus dem In- und Ausland die Ergebnisse des Projektes "Schulen und Gedenkstätten" auf Schautafeln vor. Heute Vormittag werden an verschiedenen Schulen in Ludwigslust, Neustadt-Glewe, Hagenow und Schwerin weitere Zeitzeugengespräche stattfinden.

Schweriner Volkszeitung-Ludwigslust

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