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Vertriebene genießen Öffentlickeit

29.03.2010

Vertriebene genießen Öffentlickeit

WAREN (GE). Beim Tag der Heimat 2010 des Bundes der Vertriebenen Waren-Röbel mit festlichem Programm im Bürgersaal hat es an öffentlicher Aufmerksamkeit nicht gefehlt. Wohl auch deshalb nicht, weil, wie dies dessen Vorsitzender Wilfred Pickran bei der Eröffnung begründete, der Bund nie seine Mitverantwortung am gesellschaftlichen Leben in der Müritzregion in Frage gestellt habe.

War den Vertriebenen im DDR-Alltag solange verwehrt worden - irreführend allein schon die Umschreibung als "Umsiedler" - sich zu der durch Krieg und dessen Folgen verlorenen alten Heimat bekennen zu können, änderte sich das mit der Gründung ihrer Kreisorganisation am 16. März des Jahres 1990 in der ehemaligen Berufsschule am Teschenberg. Der unermüdliche Initiator, dann auch der erste gewählte Vorsitzende, war der inzwischen über 90-jährige Heinz Liedtke gewesen.

Gemeinsam hat der Vorstand mit den Ortsgruppen Röbel und Malchow sowie den fünf Landsmannschaften seitdem rund 500 Veranstaltungen organisiert. Dazu zählen kommunale Gesprächsrunden, Vorträge, Museumsbesuche, bunte Veranstaltungen und Schiffsfahrten. Die 25 zumeist zehntägigen Bussonderfahrten in die alte Heimat führten beispielsweise nach Schlesien, in die Masuren, nach Königsberg und Ostpreußen.

Am langen Tisch für Ehrengäste reichlich versammelt waren Politiker der Landes-, aber vorrangig der Kommunalpolitik. Warens Bürgermeister Günter Rhein (SPD) gilt seit langem schon beim Bund der Vertriebenen als verlässlicher Förderer und häufiger Diskussionspartner zu kommunalen Themen. Enge Kontakte bestehen ebenso zu Malchows Stadtoberhaupt Joachim Stein (Grüne). Darauf setzt der Vorstand auch weiterhin bei seinen Vorhaben.

In seiner Festrede erinnerte Wolfang Köpp, Vorstandsmitglied aus Alt Rehse, daran, dass der Bund der Vertriebenen von Anfang an die Versöhnung festschrieb und den Verzicht auf die einst angestammten Gebiete. Mit dem ungerechtfertigten Vorwort des Revanchismus habe man sich immer wieder auseinandersetzen müssen. Seine Feststellung dazu: "Wo keine Gerechtigkeit ist, ist auch keine Freiheit." Volksweisen und Lieder aus ihrer fernen litauischen Heimat brachte die Familie Surauskas aus Ukmerge mit an die Müritz.

Nordkurier-Waren

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