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04.07.2003
Jürgenstorf stellt sich gegen Asylbewerberheim - Landkreis entscheidet über Nachnutzung des Berufsschulinternats - Bürgermeister: Anzahl der Bewohner ist beträchlich

Jürgenstorf (jub). Jetzt ist es amtlich. Aus dem Internat der Jürgenstorfer Außenstelle der Berufsschule Malchin wird ein Asylbewerber-Heim. Über diese Entscheidung der Demminer Kreisverwaltung informierte Rainer Plötz, Ordnungsamtsleiter des Landkreises, die Jürgenstorfer auf ihrer Gemeindevertretersitzung am Mittwochabend, wo laut Bürgermeister Wolf Schrader rund 70 Einwohner zugegen waren. Diese hatten die Gelegenheit genutzt, über die Festlegung ihren Unmut zu äußern. "Da ging es heiß her", meint Joachim Demske, Leiter des Amtes Stavenhagen Land. "Sowohl Gemeindevertreter als auch Bürger sind in keinster Weise begeistert, dass ihr Dorf bald 200 Asylbewerber beherbergen soll." Dabei seien einige Diskussionsbeiträge bis unter die Gürtellinie gegangen, hätte man gar ausländerunfreundliche Bemerkungen vernommen.

Jürgenstorfs Bürgermeister Wolf Schrader meint, es habe zwar keine Hasstiraden gegeben, er kann aber bestätigen, dass von den gewählten Abgeordneten über die in Aussicht stehende Neunutzung des Berufsschul-Internates niemand erfreut ist. "Vor allem wegen der großen Zahl der Asylbewerber, die für solch ein Dorf wie Jürgenstorf doch beträchtlich ist." Allerdings seien sowohl Grundstück als auch Gebäude Eigentum des Landkreises, so dass die Gemeinde kaum eine Handhabe besäße, gegen die Entscheidung aus Demmin vorzugehen. "Außerdem ist das Internat mit 23 Prozent der größte Abnehmer unserer Wärmeversorgung", sagt Schrader. "Da verbieten uns wirtschaftliche Zwänge, dieses Objekt leer stehen zu lassen und eine andere Nutzung ist nicht in Aussicht." Am liebsten hätte man das Fachgymnasium behalten. Dafür habe man aber vergebens gekämpft (der Nordkurier berichtet).

Rainer Plötz wollte sich zu dem Thema gestern gegenüber unserer Zeitung nicht äußern. Als Ordnungsamtsleiter unterstehe er dem Dezernenten Thomas Disterheft und der sei gestern nicht im Haus gewesen, hieß es.

Nordkurier-Teterow

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