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Friedlich gegen Gewalt protestiert
16.03.2010
von Susanne Lang
ROSTOCK - Eine Menschentraube hat sich vor der Rostocker Staatsanwaltschaft gesammelt. "Rechter Gewalt offensiv entgegentreten" steht auf einem Transparent. So das Motto der friedlichen Kundgebung, die gestern einen Tag vor Urteilsverkündung im Pölchow-Prozess knapp 200 Menschen in die Doberaner Straße lockte.
Zur Erinnerung: Im Sommer 2007 hatten Neonazis auf dem Weg zu einer NPD-Demonstration eine nicht-rechte Jugendgruppe in Pölchow brutal überfallen. Nach zweieinhalb Jahren müssen sich drei Rechte vor dem Landgericht verantworten. Seit dem 20. Januar läuft dieser Prozess. Die Umstände der Ereignisse sind nach wie vor umstritten. "Mit der Kundgebung wollen wir in der ?-ffentlichkeit klarstellen, dass es sich nicht um einen Überfall seitens der Linken handelt", so Nils Behrendt von der Prozessgruppe Pölchow. Die Kritik richte sich in erster Linie gegen die Staatsanwältin, die aus den Tätern Opfer eines "linken" Angriffs gemacht habe und Bewährungsstrafen für die beiden mutmaßlichen Haupttäter fordere. Der Dritte solle sogar mit einem Freispruch davon kommen. "Die Beweislage ist unklar", sagt auch die Landtagsabgeordnete Barbara Borchardt (Die Linke). Angeblich könne die Schuld der Rechten nicht nachgewiesen werden. "Wir wollen mit der Kundgebung darauf aufmerksam machen, dass der Staat die Augen vor rechter Gewalt nicht verschließen darf."
Die Kundgebung solle auf die heutige Urteilsverkündung aufmerksam machen. "Ich hoffe, dass - falls das Urteil zugunsten der Rechten ausfällt - Revision eingereicht und der Fall nochmals aufgerollt wird."
Schweriner Volkszeitung
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