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Warener ehren Stolpersteine mit Gedenken
13.03.2010
Waren (STR). Unscheinbar und von vielen Besuchern und Einheimischen oft unbeachtet im Warener Alltag verteilen sich fünf sogenannte Stolpersteine in der Kreisstadt. Diese sollen keine Passanten zu Fall bringen, sondern vielmehr an menschliche Einzelschicksale aus Zeiten des nationalsozialistischen Deutschlands erinnern (der Nordkurier berichtete).
Im Rahmen der Frauenaktionswochen hatte das Müritzer Gleichstellungsforum "Schritte gegen das Vergessen" organisiert. Dem Aufruf zum Rundgang durch Waren und dem Besuch der Stolpersteine folgten gut 100 Frauen und Männer jeden Alters. Sie alle wollten ein Zeichen für ein demokratisches Miteinander setzen.
Erster Anlauf-Punkt für den Demonstrationszug wurde die Hausnummer 13 in der Mozartstraße. Hier lebte Friedrich Schwarz bis zu seiner Verhaftung im Jahre 1943. Der ehemalige Lehrer und Gegner des Hitler-Regimes wurde im Oktober 1943 vor dem sogenannten Volksgerichtshof in Berlin in einem Prozess wegen "Wehrkraftzersetzung und Defätismus" zum Tode verurteilt. Dieses Urteil wurde einen Monat später im Zuchthaus Brandenburg vollstreckt. "Es ist nur ein Schicksal, an das dieser Stein hier erinnern soll", erklärte Elke-Annette Schmidt. Als Mitorganisatorin und Mitglied des Landesfrauenrates führte sie, nachdem eine rote Rose zum Gedenken an Friedrich Schwarz niedergelegt wurde, den Korso weiter in Richtung Lloydstraße. Auch wenn hier der symbolische Stein wegen Baumaßnahmen fehlte, ließen es sich die Anwesenden nicht nehmen, ebenfalls in einem Moment der Erinnerung an die Opfer der NS-Zeit zu verweilen und drei Rosen zu hinterlassen. Weitere Anlaufpunkte waren die Mauerstraße in Waren sowie die Gedenkstätte am Neuen Markt 13.
Als abschließender Höhepunkt der Aktion wurde im Jugendclub "Alte Feuerwache" der Kreisstadt ein Dokumentarfilm über "Juden in Röbel" gezeigt.
Nordkurier-Waren
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