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Gegen Rechts: Ückeritz schaut nicht weg

12.03.2010

Ückeritz - Nicht zum ersten Mal steht das Thema "Argumente gegen Rechts" auf der Tagesordnung: Doch diesmal ist bei der Lehrerweiterbildung in der Ostsee-Schule Ückeritz auch der Sozialausschuss der Gemeinde, vertreten durch Rosita Griep, engagiert dabei, um gemeinsam mit der Schule in ihrem Ort dafür einzutreten, dass rechtsextremem Gedankengut die Grundlage entzogen wird, dass Probleme gemeinsam angesprochen und Maßnahmen kontinuierlich und fundiert geplant werden können.

Mario Tschirn, verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit bei der Polizeidirektion Anklam, stellte zusammen mit Mario Böttger vom MAEX anschaulich den Rechtsextremismus als eine unterschiedlich ausgeprägte, nationalistische Weltanschauung dar.

"Seit 2008 ist die Zahl rechtsextremer Organisationen in Deutschland rückläufig. Die 156 Organisationen zählen 30 000 Anhänger, von denen etwa 4800 zur gewaltbereiten Szene gehören", so Tschirn.

In der Öffentlichkeit prägten hauptsächlich männliche Jugendliche das Bild. Schulleiter Peter Biedenweg machte darauf aufmerksam, dass in Ückeritz in der Vergangenheit immer wieder rechte Aufkleber an verschiedenen Orten auftauchten.

"Auf der Insel spielen ,Kameradschaften' eine große Rolle. Äußerlich sind sie kaum erkennbar. Ihre Angebote sind geschulter und gefährlicher geworden, weil sie die Sorgen der Nachbarn, der allein erziehenden Mütter und Unzufriedenen aufgreifen und hier gezielt versuchen, ihre Anhängerschaft zu erweitern", erläuterte Mario Böttger die Entwicklung. "Sie besetzen genau die Positionen, die andere demokratische Kräfte nicht ausfüllen." Hier liegt der gemeinsame Ansatz - Informationen sammeln, das Thema präventiv angehen und analysieren: Was kommt auf uns zu? Wo gibt es Rat? Was können wir tun? Einig waren sich alle darin, dass es wichtig ist, den Kontakt zu den Eltern zu nutzen, Veranstaltungen und Vereinsleben für Kinder anziehend zu gestalten, sich mit den Vereinsleitungen abzustimmen und öffentliche Achtungszeichen zu setzen. "So plant die Gemeinde im Sommer einen Aktionstag gegen Rechts", teilte Rosita Griep mit.

"Weggeschaut. Ignoriert. Gekniffen." Nicht inÜckeritz.

URSULA ZADE

Ostseezeitung-Usedom

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