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02.07.2003
Polizei fahndet nach brutalem Trio - Einbrecherbande schlägt 46-jährigen Obdachlosen krankenhausreif

OZ-Bild

Hier hat der 46-jährige Grimmener Obdachlose Roland R. genächtigt, als die drei Täter über ihn herfielen.

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Grimmen (OZ) Sie haben kein Erbarmen mit ihrem Opfer, dem 46-jährigen Grimmener Roland R. Zu dritt schlagen sie brutal auf den am Boden liegenden Mann ein. Schließlich sogar mit einem Hammer. Blutüberströmt schleppt sich das Opfer zur Polizeistation . . . So geschehen in der Kreisstadt am frühen Montagmorgen. Kurz nach drei Uhr.

Wie die Polizei vermutet, waren die drei Täter zu jener Zeit gerade auf einem Raubzug in dem riesigen, noch aus DDR-Zeiten stammenden Garagenkomplex im Grimmener St.-Jürgen-Weg unterwegs. Frische Einbruchsspuren an mehreren der Garagentore weisen ziemlich eindeutig darauf hin. Auf welche Beute das Trio scharf ist: ein Rätsel. Viel zu holen ist in den alten Garagen bestimmt nicht.

Die leicht geöffnete Tür, hinter der sich Roland R. auf einer schäbigen Matratze für die Nacht zur Ruhe gebettet hat, wird für den Obdachlosen zum Verhängnis. "Er war zur falschen Zeit am falschen Ort", mutmaßt die Polizei. Die Einbrecher schlagen gnadenlos auf den unliebsamenen Zeugen wider Willen ein. Wieder und wieder, sogar mit einem Hammer, den sie sich wahrscheinlich in der Garage gegriffen haben. Ihr blutendes Opfer lassen sie zurück, als sie im Morgengrauen verschwinden.

Nach der Anzeigenaufnahme in der Polizeistation muss sich Roland R. in die Obhut der Ärzte im Bartmannshagener Krankenhaus begeben. Die Mediziner stellen außer diversen Platzwunden an Kopf und Körper einen Bruch des linken Unterarms fest. Das Opfer hatte die Arme während der Attacke in der Garage schützend vor sich gehalten, vermutet ein Polizist. Sie fahnde mit Hochdruck nach den Tätern, versichert die Polizei. Von dem Trio - es soll sich um junge Leute handeln - gebe es eine ziemlich gute Beschreibung, sagt Polizeisprecher Uwe Werner. Nähere Angaben will er "aus ermittlungstaktischen Gründen" nicht machen. Nur soviel: "Wir haben gute Aussichten auf Erfolg."

Um den Garagenkomplex gibt es seit längerer Zeit Diskussionen. Immer wieder wird beklagt, dass er sowohl Schandfleck als auch Gefahrenherd ist. Zu diesem Komplex gehören insgesamt 395 Garagen. 205 von ihnen sind städtisches Eigentum, der Rest gehört einer Erbengemeinschaft und ist somit Privatbesitz. Nicht alle Garagen werden genutzt, bisher liegen bei der Stadt 153 Kündigungen vor. Die Strategie der Kommune lautet, nach und nach einige der Garagenzeilen in ihrem Besitz komplett leer zu ziehen und sie dann abreißen zu können, so Bauamtsleiter Burkhard Niedermeyer. Noch in diesem Sommer sollen die ersten ca. 50 Garagen (die nächstgelegenen aus Richtung Parkplatz Stralsunder Straße gesehen) abgerissen werden.

PETER FRANKE und PETER SCHLAG

Ostseezeitung-Grimmen

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