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27.06.2003
Wehrmachtsausstellung wirft Schatten voraus - Vorbereitungen in Peenemünde laufen auf Hochtouren - Auch Gegner machen mobil

Peenemünde (uq). Einen Monat vor der offiziellen Eröffnung der so genannten Wehrmachtsausstellung im Historisch-Technischen Informationszentrum (HTI) in Peenemünde laufen dort die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Gestern beispielsweise trafen sich auf Einladung der Landeszentrale für politische Bildung, des Prora-Zentrum e.V. und des HTI zwei Dutzend Lehrer, Jugendsozialarbeiter und Mitarbeiter verschiedener Projekte gegen Rechtsextremismus zu einem Seminar in Peenemünde. Unter der Überschrift "Erinnerungsorte Mare Baltikum` und `Verbrechen der Wehrmacht` - Zum Umgang mit historischen Orten und Ausstellungen" informierten sie sich über geplante Projekte in Prora und Peenemünde und wie man solche geschichtsträchtigen, aber äußerst sensiblen Stätten in die pädagogische Arbeit einbeziehen kann.

Keine Konkurrenz

Und das ist nur eine von zahlreichen Veranstaltungen im Umfeld der Wehrmachtsausstellung: Das umfangreiche Rahmenprogramm der Ausstellung sieht mehr als 40 verschiedene thematische Veranstaltungen - von wissenschaftlichen Vorträgen bis zum Kulturprogramm - vor. Im Prinzip findet jeden Tag etwas statt, kündigte HTI-Chef Dirk Zache an. Schließlich wolle man diese wohl einmalige Gelegenheit, eine so beachtete Ausstellung zeigen zu können, auch nutzen.

Ein Konkurrenz zur "eigenen" Dauerausstellung sieht er dabei nicht, auch wenn man in der Zeit vom 25. Juli bis zum 7. September mit etwa 20 000 Besuchern rechnet. Die Wehrmachtsausstellung könne im Gegenteil wichtige Aufklärungsarbeit für Peenemünde leisten, schließlich "gehen beide mit einem Mythos ins Gericht", so Zache.

Unterdessen machen auch die Gegner der Wehrmachtsausstellung aus der rechten Ecke zunehmend mobil. So lädt ein "Lesezirkel zur Wehrmachtsausstellung" demnächst zu einem Vortrag über Hintergründe der Ausstellung ein. Als Referent wird der Direktor einer "Forschungsstelle für Militärgeschichte" angekündigt, der nicht nur durch entsprechende Veröffentlichungen, sondern auch durch provokative Auftritte in der Ausstellung einschlägig bekannt ist. Bei dem "Lesezirkel" handelt es sich eigenen Angaben zufolge um eine lockere Interessengruppe von jungen Leuten aus der Region, die sich allerdings mit ihrer E-Mail-Adresse - "wolfsschanze@... - selbst outeten.

Nordkurier-Usedom

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