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27.06.2003
Kindertag soll Miteinander in Anklam fördern - Reise durch Kulturen und Generationen in der Südstadt - Kirchengemeinde schiebt an
Anklam (ab). Plattenbau-Siedlungen am Stadtrand sind in vielen Kommunen Bereiche mit Konfliktpotenzial. Und auch in der Anklamer Südstadt ist das Miteinander-Leben durch begrenzte Spielmöglichkeiten für die Kinder, mehrere Generationen auf engem Raum, hohe Arbeitslosigkeit mit all ihren sozialen Folgen und Verständigungsschwierigkeiten mit Aussiedlern oft problematisch. Bei der evangelischen Kirchengemeinde ist deshalb schon im vergangenen Jahr die Idee entstanden, die Kinder der Südstadt für ihr Wohnumfeld zu sensibilisieren, ihnen zu zeigen, wie man rücksichtsvoll miteinander umgehen kann. Am nächsten Sonnabend, 5. Juli, können Mädchen und Jungen zwischen fünf und zwölf Jahren in sechs Wohnungen und auf Spielplätzen der Südstadt bei einem Kindertag unter dem Motto "Türen öffnen" andere Generationen, Gruppen, Kulturen und sich selbst besser erfahren.
"Es ist erstmal ein Versuch, wir wollen sehen, was passiert", sagt Pastorin Nele Poldrack, die sich vor allem darüber freut, dass so viele Mitstreiter für das Projekt gewonnen werden konnten. So werden die Mitarbeiter der Johanniter-Kindertagesstätte eine der leeren Wohnungen "besetzen" und ihre Einrichtung zum Mittagessen für die Kinder zur Verfügung stellen. Dabei sind auch ein Team der "Villa Kunterbunt", die Junge Gemeinde "und weitere Leute, die die Sache toll fanden und deshalb mitmachen wollten". Nach einer Postwurfaktion mit Vorankündigung und der Bitte um Unterstützung gingen bei Nele Poldrack außerdem noch zwei Geldüberweisungen "und eine ganze Ladung Kuscheltiere" ein, wie sie sagt.
Bei der Anklamer Wohnungsgenossenschaft und der Grundstücks- und Wohnungswirtschafts GmbH stieß Nele Poldrack auf offene Ohren, sie stellten unter anderem die leer stehenden Wohnungen zur Verfügung. Dort erwarten die Kinder ganz verschiedene Welten. So können sie in einer der Wohnungen erleben, wie munter es in einer Großfamilie zugeht. Eine andere heißt "Oma Meier" und wird von zwei älteren Damen in Beschlag genommen, die mit den Kindern das tun, was man von einer Oma eben erwarten kann. Es geht um Samen aus Omas Garten, Gerüche aus Omas Küche, alte Menschen mit ihren Geschichten. In einer Wohnung lernen die Mädchen und Jungen Aussiedler und ihre Lebenswelt kennen, in anderen eine Wohngemeinschaft, eine neu eingezogene Familie mit vielen Kisten, die ausgepackt werden müssen, und einen Jugendklub. "In jeder Wohnung gibt es viel Spiel und Spaß", kündigt die Pastorin an. Treffpunkt für den Kindertag zwischen 10 und 16.30 Uhr ist auf dem Platz neben der Spar-Kaufhalle. Dort gibt's zum Abschluss um 16 Uhr auch Kaffee, Saft und Kuchen.
Nordkurier-Anklam
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