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25.06.2003
Hunderte Anfragen von ehemaligen Zwangsarbeitern - Ukrainer und Polen benötigen Belege aus Grevesmühlen für Entschädigungen
Grevesmühlen. Ehemalige Zwangsarbeiter aus der Ukraine und Polen haben in den vergangenen Monaten verstärkt Anfragen an das Kreisarchiv in Grevesmühlen gericht. Sie wollen eine amtliche Bestätigung, die belegt, dass sie während des Zweiten Weltkrieges als Zwangsarbeiter eingesetzt wurden. Diese Bestätigung ist quasi eine Grundvoraussetzung, um an Entschädigungsgelder zu kommen.
Obwohl davon auszugehen sei, dass mehrere Tausend Menschen im Kreisgebiet als Zwangsarbeiter eingesetzt waren, könnten von den vorliegenden Anträgen jedoch nur drei bis fünf Prozent positiv beantwortet werden. Das hängt laut Landrat Erhard Bräunig u. a. damit zusammen, dass Unterlagen ehemaliger Arbeitsämter durch Kriegseinwirkungen verloren gegangen oder vernichtet wurden. Nach seinen Angaben stellten allein in den ersten sechs Monaten 260 ehemalige Zwangsarbeiter Bestätigungsanfragen an das Kreisarchiv. In den Vorjahren seien es zwischen acht und zehn gewesen.
Die Bundesstiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" begründet diesen enormen Zuwachs damit, dass in einigen Ländern demnächst wieder Entschädigungsauszahlungen erfolgen und die Menschen dort das Geld dringend benötigen.
Ehemaligen Zwangsarbeitern in Konzentrationslagern stehen rund 7500 Euro zu, Industrie-Zwangsarbeitern 2500 Euro und Zwangsarbeiter, die in der Landwirtschaft tätig waren, rund 1200 Euro zu.
Diejenigen, denen noch immer ein Bestätigungsschreiben fehlt, können sich an den so genannten Archiv-Verbund Köln wenden und dort eine Archivdurchforstung beantragen. Auch Zeugenaussagen helfen weiter.
Schweriner Volkszeitung-Gadebusch
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