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24.06.2003
Bundesanwalt ermittelt gegen Schweriner Brandstifter - Missglückter Anschlag auf Bundeswehrfahrzeuge weiter mysteriös
Schwerin (vo) In den Fall des fehlgeschlagenen Brandanschlags auf Bundeswehrfahrzeuge im Schweriner Kreiswehrersatzamt hat sich jetzt Generalbundesanwalt Kay Nehm in Karlsruhe eingeschaltet. "Wir haben die Ermittlungen wegen des Verdachts auf Bildung einer terroristischen Vereinigung übernommen", sagte eine Sprecherin der Behörde gestern gegenüber unserer Zeitung. Zu Einzelheiten des Verfahrens wollte sich die Bundesanwaltschaft aus "ermittlungstaktischen Gründen" nicht äußern.
Zu dem Anschlag vom 11. Juni hatte sich in einem Schreiben an unsere Parchimer Lokalredaktion eine Gruppe "Kämpfende Brigade Wolfgang Grams" bekannt. Erst nach Bekanntwerden des Schreibens waren die Brandspuren und Rückstände einer brennbaren Flüssigkeit an den Fahrzeugen entdeckt worden. Schaden war nicht entstanden. Nach Ausage von Ermittlern ist noch nicht klar, ob der Brandanschlag aus Dilettantismus der Täter mißlang oder von Anfang an nur als symbolische Handlung geplant war.
Kaum selbstformulierte Passagen
Die Tat weist Parallelen zu einem Brandanschlag auf Fahrzeuge der Schweriner Bereitschaftspolizei vom September 2002 auf. "Wir gehen davon aus, dass es sich um dieselben Täter handelt", sagt Ulrich Hinse, Leiter des Staatsschutzes im Schweriner Landeskriminalamt. Verbindungen der Schweriner Täter zu den inzwischen inhaftierten Marco H., Daniel W. und Carsten Sch. aus Magdeburg, die für linksextreme Brandanschläge unter anderem auf Bundesgrenzschutz-Fahrzeuge in Sachsen-Anhalt verantwortlich gemacht werden, hält Hinse für "eher unwahrscheinlich."
Der Staatsschutzleiter erklärte weiter, das Bekennerschreiben zum Schweriner Anschlag enthalte kaum selbstformulierte Passagen, sondern sei aus Texten anderer linksextremer Pamphlete zusammengesetzt worden.
Schweriner Volkszeitung
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