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24.06.2003
Schweriner Verein erforscht jüdische Friedhöfe - Ausstellung zur Reichsprogromnacht jetzt auf CD-Rom
Schwerin. Die Ausstellung, die der Verein für jüdische Geschichte und Kultur in Mecklenburg und Vorpommern, 1998 zum 60. Jahrestag der Reichsprogromnacht erarbeitet hat, liegt jetzt auch als CD-Rom vor. Neuestes Projekt des Vereins ist die Erforschung jüdischer Friedhöfe in MV.
"Erinnern heißt Leben - Leben heißt Erinnern", so lautete der Titel der Ausstellung über das Schicksal der Juden in Mecklenburg während der NS-Zeit, die vor fünf Jahren zuerst im Dom gezeigt wurde und dann in mehreren Schulen zu sehen war. Speziell an Bildungseinrichtungen richtet sich auch das neue Angebot der CD-Rom. "Der Nutzer hat an seinem Computer einen direkten Zugriff auf die Dokumente der Ausstellung", sagt der Vorsitzende des Vereins für jüdische Geschichte und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern, Heinz Hirsch.
Die Arbeit mit der CD-Rom soll die Schüler anregen, sich ganz konkret mit der jüdischen Geschichte in ihrem Ort zu beschäftigen. Für Hirsch beschränkt sich das nicht auf die Zeit von 1933 bis 45. Das Zusammenleben von Juden und Nicht-Juden in Mecklenburg im 19. Jahrhundert etwa unterscheide sich zum Teil wesentlich von dem in anderen Teilen Deutschlands und sei keineswegs nur von Ausgrenzung und Antisemitismus geprägt gewesen.
Wer sich für die Geschichte der Juden in Mecklenburg interessiert, für den hat der 1995 und gegründete und rund 30 Mitglieder zählende Verein bereits wesentliche Vorarbeit geleistet. So liegt u. a. ein Findbuch für Judaika in den Kreis- und Stadtarchiven Westmecklenburgs vor. Aufgearbeitet wurden auch die Familiennamen der Juden in Mecklenburg und die Stellung der "Schutzjuden".
Das neueste Projekt, dem sich die Vereinsmitarbeiter Norbert Francke und Bärbel Krieger verschrieben haben, gilt der Erforschung jüdischer Friedhöfe. Mehr als 50 gibt es im Land, sagt Hirsch. Festgehalten werden soll der Zustand der Friedhöfe und der Grabsteine. Geplant ist außerdem, die Namen der Begrabenen mit entsprechenden Listen aus den Archiven zu vergleichen.
"Wahrscheinlich werden wir uns nur auf die Friedhöfe innerhalb Mecklenburgs konzentrieren können", erklärt Hirsch. Ende dieses Jahres laufe die öffentliche Förderung der Vereinsarbeit aus. Wie es danach weitergeht, ist noch nicht klar.
Die Materialien des Vereins für jüdische Geschichte und Kultur in Mecklenburg und Vorpommern sind im Projektbüro in der Karl-Marx-Straße 29, Telefon 512495, erhältlich.
Christian Koepke
Schweriner Volkszeitung-Schwerin
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