Presse-Schau

worüber wird in den Medien geschrieben?

zurück zu den News

12.06.2003
"Super Aussicht" für Asylheim in ehemaligem Peenewerft-Block in Wolgast - Guter Bauzustand überzeugt auch ostvorpommerschen Sozialausschuss

NK-Bild

Der frühere Werft-Geschäftsführer Herbert Gerstmann (vorn) führte gestern die Mitglieder des ostvorpommerschen Sozialausschusses durch das Gebäude, das künftig als Asylbewerberheim dienen soll.

Wolgast (uq). "Die Aussicht ist super!" Aber nicht nur vom Blick aus dem fünften Stock des ehemaligen Peenewerft-Blockes, der in absehbarer Zeit vorläufige Heimstätte für maximal 150 Asylbewerber werden soll, zeigten sich die Mitglieder des ostvorpommerschen Sozialausschusses bei ihrer gestrigen Besichtigung des Gebäudes angetan. Nein, vor allem der allgemeine Zustand des Hauses überzeugte sie davon, dass die Entscheidung des Landesamtes für Flüchtlingsfragen für Wolgast richtig ist. Zwar steht das endgültige Okay noch immer aus, weil noch "einige vertragliche Details" zu klären sind, wie Vize-Landrat Armin Schönfelder (CDU) informierte, aber im Grunde rechnet niemand mehr mit einem anderen Ergebnis. Die einzige verbliebene Alternative, die Anklamer Kriegsschule "ist wohl aus dem Rennen wegen der enorm hohen Investitionskosten", so Schönfelder.

Der Vize-Landrat geht ebenso wie Sozialamtsleiterin Heike Scheffler davon aus, dass es nach einem abschließenden Vor-Ort-Gespräch mit dem Landesamt "ganz schnell geht" und der Mietvertrag zwischen Kreis und Peenewerft über eine Laufzeit von zehn Jahren abgeschlossen werden kann. Und da bauliche Veränderungen nur in relativ geringem Umfang erforderlich sind - vor allem die Zahl der Sanitäranlagen reicht noch nicht aus -, könnte das neue Heim spätestens am 1. Januar 2004 zur Verfügung stehen. Bekanntlich müssen die beiden jetzigen Asylbewerber-Unterkünfte in Garz und Anklam zum Jahresende geschlossen werden, weil sie die Richtlinien nicht mehr erfüllen. Die "notwendigen Kosten" für die Herrichtung des neuen Heimes trägt ohnehin das Land, wobei "notwendig" nicht klar definiert ist. Deshalb hielt sich Schönfelder auch mit Kostenangaben zurück.

Laut Scheffler würden dem Kreis mit der Wolgaster Einrichtung und einem weiteren Heim in Anklam insgesamt knapp 300 Plätze zur Verfügung stehen - "eine vertretbare Größenordnung und keine Überkapazität", wie sie betonte. Zudem werde im Sommer mit einer Änderung der Landesverordnung zum Asylrecht gerechnet, mit der die Aufnahmequote für Ostvorpommern auf 437 reduziert wird. Derzeit liegt sie bei 626, sei aber seit Jahren nicht ausgeschöpft worden.

Nordkurier-Usedom

12.06.2003
Wolgast einzige Alternative für Asylbewerberheim - Sozialausschuss konnte gestern kein Votum abgeben

Ostvorpommern/Wolgast (OZ) Vizelandrat Armin Schönfelder musste gestern die Mitglieder des Ausschusses auf die nächste Sitzung des Gremiums vertrösten. Es seien noch einige Details mit der Peene-Werft abzustimmen, die dem Kreis ein ehemaliges Büro- und Laborgebäude einschließlich einer Freifläche von rund 2700 Quadratmetern für die Unterbringung von Asylbewerbern angeboten hat. Auch mit dem zuständigen Landesamt bestehe noch weiterer Verhandlungsbedarf. Zugleich ließ Schönfelder aber keinen Zweifel daran, dass das Gebäude in Wolgast jetzt die einzig verbleibende Alternative für diese Zwecke ist. Die ehemalige Kriegsschule in Anklam sei aufgrund enorm hoher Investitionskosten aus dem Rennen, auch die anderen bislang ins Auge gefassten Objekte kämen nicht mehr in Frage.

Zuvor hatten die Mitglieder des Sozialausschusses den Bau unmittelbar neben der Peene-Werft in Augenschein genommen. Während des Rundganges informierte Sozialamtsleiterin Heike Scheffler u. a. darüber, dass hier entsprechend den für die Unterbringung von Asylbewerbern geltenden Normen Platz für 150 Personen sei. Da der Kreis zum Jahresende die jetzigen Unterkünfte in der Demminer Straße in Anklam mit 160 Plätzen und in Garz mit 92 Plätzen schließen müsse (OZ berichtete), sei damit zusammen mit dem in der Anklamer Gutenbergstraße weiter zu betreibenden Heim eine ausreichende Kapazität von dann 295 Plätzen vorhanden. Das, so Scheffler, bewege sich angesichts der für den Kreis ab Herbst zu erwartenden Zuweisungsquote von 437 Asylbewerbern pro Jahr in einer vertretbaren Größenordnung. Zwar betrage die jetzige Quote noch 626 Personen, doch der reale Stand liege lediglich zwischen 350 und 400. Zudem wolle das Landesamt für Asylangelegenheiten die dezentrale Unterbringung ausweiten, wodurch der Bedarf an Heimplätzen zusätzlich sinken werde.

Der Sozialausschuss muss spätestens in seiner nächsten Sitzung einen entsprechenden Beschluss fassen, damit der Kreistag rechtzeitig sein abschließendes Votum abgeben kann. Bis zum Jahresende sind die notwendigen Umbauarbeiten abzuschließen, die vor allem den Einbau von Küchen und Sanitäranlagen sowie die Schaffung von Sport-, Spiel- und Gebetsräumen beinhalten. Über die Kosten dieser Investition, die das Land trägt, wurden gestern keine Aussagen getroffen. Mitgeteilt wurde aber, dass der Kreis im Auftrag des Landes das Gebäude in Wolgast für einen Zeitraum von zehn Jahren von der Peene-Werft anmieten will. Die Miete samt den anderen laufenden Kosten wird ebenfalls vom Land bestritten, so dass für den Kreis in diesem Zusammenhang keine Ausgaben entstehen.

DIETRICH BUTENSCHÖN

Ostseezeitung

diskutieren? auf ins Forum!