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10.06.2003
Polizeichef vermutet paramilitärische Aktivitäten - Zwei Fahrzeuge Sonnabend in Jamel sicher gestellt

Jamel (OZ) Als die Leute am Sonnabend zu früher Abendstunde zum Grillen rüsteten, raste ein Pulk Polizeiautos von Wismar nach Jamel. Die Inspektion Wismar war darüber informiert worden, dass in bzw. bei Jamel geschossen wird. Bei Ankunft der Einsatzkräfte herrschte Ruhe im Dorf. Vor dem leer stehenden Haus an der Bushaltestelle fanden sie allerdings zwei Fahrzeuge vor, die Anlass gaben zu Vermutungen. "Wir müssen annehmen, dass sie für paramilitärische Zwecke oder Waffenspiele verwendet werden", sagte der Leiter der Polizeiinspektion Wismar, Walter Schuldt, auf OZ-Anfrage.

Beide Fahrzeuge, sowohl der Robur als auch der Suzuki Geländewagen, waren in Flecktarn-Design armeemäßig gespritzt. Die Türen waren mit einem weißen kreuzförmigen Emblem gekennzeichnet. Auf der offenen Ladefläche des Lasters lagen Gewehre und geschnürtes Gepäck, eventuell Zelte, Schlafsäcke oder ähnliches. Personen konnte Polizeidirektor Schuldt den Fahrzeugen nicht zuordnen. "Wir versuchen, derer habhaft zu werden", sagte er.

Die Leute im Dorf halten sich bedeckt. "Ich habe nichts gesehen und es interessiert mich nicht, solange sie mich in Ruhe lassen", sagte eine Anwohnerin. Ein paar Häuser weiter war gerade ein Urlauber angekommen und genoss vor dem Haus die friedliche Stille. Auch ihm sei nichts aufgefallen. Schüsse? - Fehlanzeige. Die Polizisten stoppten Jugendliche auf einem Moped, um sie zu befragen.

Drei junge Männer kamen aus dem Garten. Sie erwarteten Partygäste und befürchteten schon, dass die Straße von Gressow gesperrt wird. Nachdem die Polizisten in Jamel nichts ausrichten konnten, wurde ein Abschleppfahrzeug geordert. Es lud den Robur auf, nahm den Geländewagen an den Haken und brachte die Autos nach Wismar.

Die Polizei machte weder am Sonnabend noch gestern gegenüber OZ konkreteren Angaben darüber, wem die Autos gehören könnten und ob sie im Zusammenhang stehen mit strafbaren Handlungen. Mit größter Besorgnis sieht Gägelows Bürgermeister Fritz Kalf (SPD), dass in der Gemeinde wieder Unruhe aufkommen könnte.

Ostseezeitung-Wismar

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