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10.06.2003
Bergens Club "Mah k'ina" lud zur "Odyssee 2003" - für eine friedliche Zukunft - "An den Strand kann ich an anderen Tagen"
Bergen (OZ) Schönes Wetter, Leute treffen und wegen der Inhalte der Odyssee kam Frank Müller (16) aus Binz zur Demo vor dem Konzert. "Zum Strand kann ich auch an anderen Tagen", so seine Prioritätenwahl am Parkplatz nahe dem Bergener Treff-Hotel. Martin Kühn (21) aus Sagard will beim Marsch durch die Kreisstadt ein Zeichen setzen. "Jugend steht nicht auf Gewalt. Doch besieht man sich die Weltpolitik, ist diese ein Odyssee, eine Irrfahrt", ist seine Meinung und Martin Hansen (19) aus Sagard, einer der zehn Ordner des Organisators Mah k'ina für den Demozug. Er achtet darauf, dass sich keine Gruppen mit anderen Aktivitäten herauskristallisieren.
Die Dammstraße geht es hoch und ohne Schleife direkt über den Markt zum Rugard. Alice Gladrow (16) aus Bergen hat das Motto der friedvollen Zukunft für sich vereinfacht. "Weil ich gegen rechts bin und die Freunde das sind, deshalb demonstriere ich mit." Auch für Sven Ristau (16) aus Bergen ist wichtig, dass nicht so wenige Jugendliche wie im vergangen Jahr ihre Meinung kundtun. "Gegen Rechts müssen es einfach viele sein", hat auch er das Motto verändert. "Die Rechten gefährden die Zukunft ebenso wie den Frieden und die Toleranz", ist seine Begründung. Eine Gruppe Punks kommt. Nils Roloff (15) aus Putbus will Spaß an der Aktion und von Anfang an dabei sein. Seine Freunde mit den Irokesenschnitten stimmen im zu. Carolin Hartwig (13) aus Bergen findet, die Rechten würden stets zum ersten Schlag ausholen. Darum ist sie wie rund 80 andere zur Demo gegangen.
Weniger politisch ging es schließlich ab 16 Uhr auf der Freilichtbühne am Rugard zu. Im lauschigen Ambiente im Wald starteten die Mah k'ina-Betreiber Thomas Dombrowski und Benjamin Treu den musikalischen Teil ihrer Odyssee. Die undankbare Aufgabe des Warm Up einer trägen Masse oblag den zehn Damen und Herren von "Irish Coffee". Doch innerhalb ihrer gut eineinhalbstündigen Aufwärmphase schaffte es die Rostocker Band mit internationaler Besetzung, die Mehrheit der Besucher zu Feierlaune mit Tanzbein-Animation zu bewegen. Um Rock- oder Country-Elemente aufpolierte irische Traditionals gehören ebenso zum Repertoire wie eigene Stücke und geniale Cover-Versionen der Kelly-Family ("The Rose") oder den Four Non Blondes ("What's up").
Deutlich heftiger ging es mit "Gondwana" und "Red Ink" zur Sache. Mit Nu-Metal- und Hardcore-Variationen gab es ordentliche Bässe und Gitarren auf die Ohren. Angesagt hatten sich neben Jazz 'on die Headliner "Lex Barker Experience" sowie "Dubtari". Erstere heizten unlängst die Club-Besucher mit ihrer Mischung aus Dub, Reggae und Ska ein. Zweitere mischten die rund 800 Besucher bis gegen drei Uhr morgens mit Reggae-, Ska- und Dancehall-Rhythmen auf, die sich Offbeat-, HipHop- und Ethno-Einflüssen nicht entzogen. In der Summe ein facettenreiches Programm, das Lob verdient.
KATJA MÜLLER und A. KÜSTERMANN
Ostseezeitung-Rügen
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