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07.06.2003
Rechte gegen Linke - Heftige Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen
Gadebusch Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt ist es in den vergangenen Tagen zwischen Jugendlichen aus unterschiedlichen Lagern zu teils heftigen Auseinadersetzungen mit Verletzten gekommen. Dank eines Berichtes von jungen Leuten, die sich zum Kultur- und Toleranzverein zählen, wurde jetzt ein Übergriff bekannt. In einem Leserbrief heißt es dazu. u.a.: In den Morgenstunden des 30. Mai brachen der rechten Szene zuzuordnende Jugendliche in eine Privatwohnung Am Volkspark in Gadebusch ein. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich zwei Personen in ihren Zimmern. Die Täter versuchten, sich gewaltsam Zutritt zu den einzelnen Räumen zu verschaffen, was vorerst nicht gelang, da diese fest verschlossen waren. Dennoch schafften es etwa fünf von ihnen, in das Zimmer eines schlafenden Bewohners einzudringen und ihn in seinem Bett brutal zusammenzuschlagen. Nachdem sie von ihm abgelassen hatten, versuchte der Geschädigte, aus der Wohnung zu entkommen, was jedoch schon im Flur von den Tätern bemerkt wurde. Dies veranlasste sie, ein zweites Mal über ihn herzufallen und ihn mit Fußtritten im Gesicht, am Oberkörper und an den Händen zu verletzen." Es folgten Flucht und teilweise Verfolgungsjagd. Am Ende musste eines der Opfer aufgrund seiner Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Weiter heißt es: "Den Bewohnern schien das Verhalten der Polizei nachlässig, da auch nach persönlicher Aufforderung keine Beweismittel sicher gestellt wurden. Dies war nicht der erste Vorfall dieser Art, und wenn man das Problem nicht als solches erkennt, wird es auch nicht der letzte gewesen sein. Die Brutalität dieser Übergriffe nimmt von Mal zu Mal zu und entwickelt sich zu einer Art Menschenjagd, die meistens Schwächere oder Andersdenkende trifft. Nicht nur in Gadebusch."
Die Gadebuscher Polizei bestätigte gestern auf Nachfrage im Prinzip den Vorfall vom Herrentag. Allerdings sei von der Polizei sofort gehandelt worden. Inzwischen seien zwei Tatverdächtige ermittelt, die aus der rechten Szene kommen. Allerdings sei die Aktion vom 30. Mai offenbar ein Racheakt für Auseinandersetzungen an der Ellerbäk gewesen, an der auch Linke beteiligt waren. Die Polizei gab zu, dass es schwierig sei, die einzelnen Taten und Aktionen zu trennen. Man arbeite verstärkt mit Platzverweisen, um Auseinandersetzungen zu verhindern. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.
Mayk Pohle
Schweriner Volkszeitung-Gadebusch
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