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07.06.2003
Rechtsextreme fielen über 13-Jährigen her - Lobbi vermisst Zivilcourage - Vorwürfe an RSAG
Einen 13-jähriger Junge ist in Dierkow brutal überfallen worden. Die vier gefassten Täter im Alter zwischen 14 und 24 Jahren gehören der rechten Szene an und sind der Polizei "nicht unbekannt".
Die Tat ereignete sich bereits vor zwei Wochen, am Nachmittag des 16. Mai. Aus einer Gruppe von fünf bis sechs Personen heraus wurde der 13-jährige Junge im Bereich Dierkower Höhe angegriffen. Die Täter schlugen und traten mit Stiefeln auf ihn ein. Dabei erlitt er eine Platzwunde an der Lippe, Schürfwunden an beiden Armen, Hämatome im Gesicht, verlor zwei Schneidezähne und musste mehrere Tage lang stationär behandelt werden.
Die Polizei, die schon zwei Minuten nach dem Überfall alarmiert wurde, konnte noch in Tatortnähe zwei Verdächtige festnehmen. Die 17 und 18 Jahre alten Jungen standen mit 2,25 beziehungsweise 2,24 Promille Atemalkohol unter erheblichem Alkoholeinfluss. Sie wurden tags darauf dem Haftrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Soweit der Polizeibericht. Was darüber hinaus nachdenklich stimmt: Laut "Lobbi", einem Verein, der sich für Betroffene rechter Gewalt in Mecklenburg-Vorpommern engagiert, kommt zu der Brutalität der Schläger auch noch fehlende Hilfsbereitschaft einiger Rostocker.
Denn die gleichaltrigen Freunde des Opfers seien sofort zur nahegelegenen Haltestelle Dierkower Kreuz gerannt und hätten mehrere Busfahrer um Hilfe gebeten. Diese hätten allerdings jegliche Unterstützung abgelehnt. Der Vater des zusammengeschlagenen Jungen ist fassungslos: "Es ist mir völlig unverständlich, warum erwachsene Männer es ablehnen, 13-jährigen Kindern zu helfen. Ein Anruf bei der Polizei wäre ohne jegliche eigene Gefährdung möglich gewesen. Nur durch Glück hat mein Sohn den Angriff ohne noch schwerere Verletzungen überstanden."
Erst der beherzten Hilfe des Mitarbeiters am Fahrkartenschalter sei zu verdanken, dass Polizei und Krankenwagen gerufen wurden. Der Verein Lobbi kritisiert: Die unterlassene Hilfeleistung der Busfahrer sei besonders schwerwiegend, da sie Mitarbeiter der Rostocker Straßenbahn AG sind, einem Unternehmen, das sich an der Aktion "SOS-Eingang" beteiligt. RSAG-Vorstand Jochen Bruhn will den Vorwürfen nachgehen. "Wenn die Vorwürfe stimmen, wird das Konsequenzen haben", sagte er gestern auf NNN-Anfrage.
Am gleichen Tag hatte es übrigens bereits einen weiteren Angriff von Rechtsextremisten gegeben - in diesem Fall auf einen 15-Jährigen.
Norddeutsche Neueste Nachrichten
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07.06.2003
Jungen von Rechten zusammengeschlagen - Beratungsstelle: Busfahrer griffen nicht ein
Rostock (dpa) Bei Übergriffen von Rechtsextremisten sind in Rostock zwei 13 und 15 Jahre alte Jugendliche zum Teil schwer verletzt worden. Die Vorfälle ereigneten sich bereits am 16. Mai.
Aus "ermittlungstaktischen Gründen", habe man die Öffentlichkeit zunächst nicht informiert, erklärte die Polizei. Die Täter seien inzwischen ermittelt. Gegen zwei 17- und 18-Jährige ergingen Haftbefehle. Das Verfahren werde in den nächsten Tagen der Staatsanwaltschaft zur weiteren Entscheidung übergeben. Die Beratungsstelle "Lobbi" hatte gestern auf die Vorfälle aufmerksam
gemacht.
Der 13-Jährige war von einer Gruppe von fünf bis sechs Rechten geschlagen und getreten worden. Er erlitt Platz- und Schürfwunden sowie Blutergüsse im Gesicht. Zudem wurden ihm zwei Zähne ausgeschlagen. Nach Angaben des Vereins "Landesweite Opferberatung, Beistand und Information für Betroffene rechter Gewalt" ("Lobbi") wurde der Junge bewusstlos und musste nach der Attacke mehrere Tage im Krankenhaus behandelt werden.
Wie "Lobbi" weiter mitteilte, hatten gleichaltrige Freunde des 13-Jährigen an einer Haltestelle mehrere Busfahrer um Hilfe gebeten, die aber eine Unterstützung verweigert hätten.
Schweriner Volkszeitung
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