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06.06.2003
Asylheim-Standort in Ueckermünde ist noch offen - Kreis-Sprecher: Es gibt Favorit unter drei Alternativ-Vorschlägen - Widerstand erwartet
Ueckermünde (ck/wil). Der neue Standort des Asylbewerberheimes ist weiter unklar. Die Verwaltung prüfe nach wie vor mehrere Varianten, erklärte jüngst Fachbereichsleiter Gerd Hamm im Jugendhilfeausschuss des Kreistages. Er reagierte damit auf eine Nachfrage des Geschäftsführers des Ueckermünder Jugendhilfezentrums, Stephan Bruhn. Er habe erst aus der Zeitung erfahren, dass das neben seiner Einrichtung liegende Sonderpädagogische Förderzentrum in der Chausseestraße als künftiger Standort des Asylbewerberheimes ins Auge gefasst wird. Davor könne er nur warnen. "Zwei soziale Brennpunkte würden direkt nebeneinander liegen", erklärte Bruhn. Denn im Jugendhilfezentrum würden Jugendliche mit teilweise "massiven Störungsbildern" beherbergt.
Nach Aussage von Kreis-Sprecher Achim Froitzheim sind derzeit drei Alternativ-Standorte in der Diskussion, die sich alle in Ueckermünde befinden. Ein Asylbewerberheim außerhalb der Haffstadt sei ausgeschlossen, da die Koalitionsvereinbarung der Landesregierung ab 2004 einen zentrale Unterbringung vorschreibe. Welche der drei Alternativen derzeit in der engeren Auswahl stehen, dazu wollte sich Froitzheim nicht äußern. Unter den Alternativ-Vorschlägen seien jedoch auch der Standort am Rosengarten und der an der Kastanienallee, bestätigte Froitzheim. Außerdem ließ er durchblicken, dass sich bereits ein Favorit herauskristallisiert hat.
Noch bevor der Kreistag über den endgültigen Standort entscheidet, will der Kreis die Öffentlichkeit infomieren, versprach Froitzheim. "Wir wollen die Bevölkerung nicht vor vollendete Tatsachen stellen." Fachbereichsleiter Hamm rechnet jedoch für dieses Jahr nicht mehr mit einem Beschluss.
An der Standort-Wahl nicht beteiligt ist derzeit die Stadt Ueckermünde - "wir haben das letzte Gespräch mit dem Kreis im Januar geführt", sagte gestern Ueckermündes Bürgermeister Peter Westphal (FDP) und ergänzte, "wir sind darüber aber nicht böse." Sobald der Kreis sich entschieden habe, werde man die Stadt wieder beteiligen, hofft Westphal. Widerstände gegen ein Asylbewerberheim in Ueckermünde erwartet er indes nicht; schließlich habe es diese auch bei der Forensik nie gegeben. Das sieht der frühere Ausländerbeauftragte des Kreises, Manfred Quägber, etwas anders: "In Ueckermünde-Ost wird es sicher Proteste geben." Allerdings begrüßte auch er, dass die Asylbewerber künftig in einem bewohnten Gebiet leben. Er forderte die Politik aber dazu auf, Proteste ernst zu nehmen - "dann müssen wir mit den Leuten reden."
Nordkurier-Ueckermünde
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