|
05.06.2003
Recherche im Asylbewerberheim - Junge Boizenburger sammelten in Horst für "Faktor X" Informationen aus erster Hand
Boizenburg "Faktor X" lautet der Name einer Ausstellung zum Rassismus unserer Zeit. Zu den Partnern dieses kreisweiten Projektes, das vor allem Jugendliche ansprechen soll, gehört auch die Stadt Boizenburg.
Eine Arbeitsgruppe der hiesigen Rudolf-Tarnow-Schule hatte sich schnell gebildet. Schulleiter Winfried Flau, der das Projekt vorstellte, fand problemlos zehn Neunt- und Zehntklässler, die sich hier einbringen wollen. Christian Rose und Sven Werner aus der 9b sind zwei von ihnen.
Für die multimediale Wanderausstellung, die am 1. Mai nächsten Jahres eröffnet wird, sind umfangreiche Vorbereitungen angelaufen. Eine 60-seitige Broschüre soll im Vorfeld zum Thema Rassismus von den Jugendlichen erstellt werden.
Um Informationen aus erster Hand zu erhalten, begaben sich die jungen Boizenburger auf Recherche nach Horst. Hier befinden sich mit dem Landesamt für Asyl- und Flüchtlingsangelegenheiten und der Erstaufnahmeeinrichtung zwei Behörden, die dieses Ansinnen gern unterstützen. So erfuhren die Schüler von Dezernent Jörg Rauhut und Einrichtungsleiter Wolfgang Trabitzsch, dass es hier derzeit rund 220 Bewohner aus 23 Staaten gibt, die nicht von jedermann in unserem Land so erwünscht sind, wie etwa Sportasse und Investoren, dennoch in unserer Demokratie das Recht auf eine faire Behandlung haben. Eine junge Frau aus Togo und ein junger Inder erzählten, dass sie während ihres Aufenthaltes schon gute Erfahrungen vor allem mit jungen Deutschen gemacht hätten. Schulklassen sind desöfteren hier.
Am Ende hatten die beiden Schüler sehr viel Material sammeln können. Sie dankten ihren Gastgebern für das sehr interessante Gespräch. Wenn es weiteren Informationsbedarf gäbe, dürfen sie gern wiederkommen, versicherte Jörg Rauhut.
Schweriner Volkszeitung-Ludwigslust
|