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04.06.2003
"Ich fühle mich hier langsam Zuhause" - Der Maler Samvel Isperijan aus Armenien öffnet seine Hoftüren in Ueckermünde

Ueckermünde (wil). Samvel Isperijan verbreitet Gemütlichkeit. Gemütlichkeit, wie sie in wärmeren Ländern oft üblich ist - zum Beispiel in Armenien, dem Land, aus dem der 43-Jährige stammt. Ja, natürlich habe er von der Aktion "Kunst:offen" gehört, aber er habe den Anmeldetermin zur Aufnahme in den Prospekt verpasst, gesteht er, freundlich hinter seinem Vollbart lächelnd, ein. Trotzdem öffnet Samvel Isperijan am Sonntag und Montag ab 10 Uhr "bis Einbruch der Dunkelheit" seine Türen am Neuen Bollwerk in Ueckermünde. Auf dem idyllischen Hinterhof wird er seine Bilder zeigen - sowohl neue als auch ältere. Einige der alten Werke habe seine Frau im vergangenen Jahr aus Armenien mitgebracht.

Der armenische Maler hat in den zurückliegenden Wochen tüchtig gewirbelt, um den Hof für Gäste herzurichten. Mittlerweile wachsen nur wenige Meter abseits vom Ueckermünder Zentrum Petersilie, Erdbeeren und Salat, zeigt Samvel Isperijan stolz. "Ich fühle mich hier langsam Zuhause", sagt er mit seiner ruhigen Stimme. So richtig überzeugend klingt das noch nicht, obwohl er mit seiner Familie, zu der auch der Sohn Mikael und die Tochter Tatewik gehören, schon zehn Jahre in Deutschland lebt. Doch acht Jahre davon wohnten sie im Asylbewerberheim Bellin.

Wenn er heute dort Freunde besuche, denke er nur noch, wie "schrecklich" das isolierte Leben auf engstem Raum gewesen sei. "Jetzt, in der eigenen Wohnung, haben wir ein normales, einfaches Leben", sagt Samvel Isperijan. Stolz berichtet er, dass die Familie keinen Cent mehr vom Sozialamt bezieht. Seine Frau arbeite auf Honorarbasis in der Volkshochschule, er unterrichte ab und an Malerei im Berndshofer Gefängnis. Zudem versuche er, Aufträge zu erhalten. So stammen von Isperijan die Deckenbilder im Kaffee- und Zigarren-Kontor Kröhan & Bress in Ueckermünde.

Nordkurier-Ueckermünde

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