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04.06.2003
Intoleranz mit frecher Zeichenfeder begegnet - Karikaturen bei Ausstellung in Rostocker Waldemarhof zu sehen
Kröpeliner-Tor-Vorstadt (OZ) Lauter dreibeinige Menschen bummeln über die Einkaufsmeile. Selbst die Schaufensterpuppen sind dreibeinig. Ein Knirps streckt seinen Zeigefinger in Richtung eines Passanten aus und ruft: "Ihhh. Papa, guck mal, der da hat ja nur zwei Beine!"
Festgehalten mit einem frechen Zeichenstift hat dieses Szenario der 18-jährige Philip Conrad aus Hochheim. Seine Karikatur kann man sich seit gestern im Waldemarhof zu den üblichen Öffnungszeiten des interkulturellen Zentrums ansehen. Dort präsentieren Ausländerbeirat und Studienkreis Rostock die Ausstellung "Anders - na und?". Gezeigt werden 32 Arbeiten von Kindern und Jugendlichen, die mit einem ersten Preis von der Expertenjury geehrt wurden. Sie wurden aus mehr als 8300 eingesandten Karikaturen ausgewählt.
Die Teilnehmer waren zwischen sechs und 22 Jahren alt. Der vierte bundesweite Zeichenwettbewerb des Studienkreises stand unter dem Thema "Diskriminierung". Schirmherr war Paul Spiegel, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland.
"Der Titel der Ausstellung ist ein Traum, der millionenfach nicht verwirklicht wurde und wird", sagte Dr. Gabriele Kriese, Abteilungsleiterin im Sozialministerium. Jeder habe irgendwann Diskriminierung im Alltag erlebt. Umso wichtiger sei die Ausstellung.
Pate in Rostock ist Rubén Cárdenas, Geschäftsführer des Ausländerbeirates. Er hofft auf viele Besucher. Ihm ist wichtig, über das Betrachten der Karikaturen ins Gespräch zu kommen. "Vielleicht sagen interessierte Schulklassen telefonisch Bescheid, wann sie kommen. Wir empfangen sie gern", sagt Cárdenas.
Gisela Kirschbaum, Leiterin des Studienkreises Rostock verweist auf die Möglichkeit, dass sich die Rostocker Schulen die Karikaturen kostenfrei ausleihen und in ihren Häusern zeigen können. Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung "Anders - na und?" stellt der Studienkreis Rostock, der Nachhilfe- und Förderunterricht anbietet, drei Migrantenkindern in der Hansestadt sein Angebot kostenfrei zur Verfügung. Wert des Spendenpaketes: 1800 Euro.
ANJA NEUTZLING
Ostseezeitung-Rostock
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