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27.05.2003
Gelobt und trotzdem vor dem Aus - Otto Schily ehrt Rostocker RAA - Doch Mittelkürzungen der Stadt machen dem Verein zu schaffen
Für vorbildliches Engagement erhielt die RAA am Freitag den Preis "Botschafter der Toleranz". Doch trotz Lobes von Innenminister Schily droht dem Verein das Aus, da die Stadt keine Mittel mehr bereitstellt.
Ob Interkulturelles Lernen, Aktionen gegen Rechtsextremismus oder Projekte an Schulen zur Demokratieentwicklung - die Angebotspalette der Regionalen Arbeitsstelle für Jugendhilfe, Schule und interkulturelle Arbeit Rostock (RAA) ist umfangreich. Die Erfolge, die der Verein mit dieser größtenteils ehrenamtlichen Arbeit erreicht hat, sind nun auch in Berlin bekannt geworden. Hier wurde die RAA am Freitag mit dem mit 5000 Euro dotierten Preis "Botschafter der Toleranz" geehrt. "Innenminister Otto Schily nannte unter anderem unser vorbildliches, zivilgesellschaftliches Engagement als einen der Gründe, uns mit einem der wichtigsten Preise in diesem Bereich überhaupt auszuzeichnen", so Projektkoordinatorin Jana Hoffmann.
Doch das Preisgeld kann nicht in die Aktionen des Vereins fließen. Vielmehr muss mit der Summe erst mal die Miete für die Räume an der Wendenstraße gezahlt werden. Denn während es auf Bundesebene Lob und Anerkennung gab, sperrt das Rostocker Jugendamt den Zuschuss von 38000 Euro, der seit Jahren gewährt wurde. "Wir haben im Dezember einen Antrag gestellt, aber dieser wurde abgelehnt, ohne dass es ein Gespräch gab. Wenn ich die Spielregeln nicht kenne, weiß ich auch nicht, wie ich mich verhalten soll", erklärt Jana Hoffmann. Da ihre Stelle mit dem Geld finanziert wurde, ist sie inzwischen arbeitslos, engagiert sich jetzt ehrenamtlich für die RAA. Geld fließt zurzeit noch von der renommierten Freudenberg-Stiftung. Auch sie äußerte in einem Schreiben an die Stadt Unverständnis über die gestoppte Unterstützung.
Bei der Stadt wird das Ausbleiben der Mittel unter anderem mit rückläufigen Fördermitteln begründet. "Die RAA hat den Preis zu Recht erhalten. Das heißt aber nicht automatisch, dass die Förderung fortgeführt wird", so Jugendamtsleiter Georg Horcher. "Die RAA hat für 2003 eine veränderte Projektkonzeption vorgelegt", erklärt Horcher. "Die RAA bezieht sich auch auf andere Schwerpunkte, und wir müssen darüber reden, in welchem Bereich die RAA künftig aktiv sein soll", so Horcher. Ein entsprechendes Gespräch ist nun für den 6. Juni angesetzt. "Und ich bin ganz sicher, dass wir eine Lösung finden werden. Ich bin aber auch der Meinung, dass ein Verein, der so sehr vom Ehrenamt getragen ist, gar nicht vor dem Aus stehen kann", so der Amtsleiter gegenüber NNN. Kai Gerullis
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