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27.05.2003
Arbeitskreis holt die Jugend mit ins Boot - Kriminalprävention kennt keine Altersbeschränkung - Vielfältige Aktivitäten gegen rechte Gewalt in Boizenburg

Boizenburg In der Stadt gibt es seit fast fünf Jahren den Arbeitskreis Kriminalprävention. Unter seinem Dach initiieren Vereine und Institutionen Aktivitäten, die vor allem die Jugend ansprechen sollen.

Wer weiß es besser, wo den Jugendlichen der Schuh drückt, als die Jugendlichen selbst, haben sich die Mitglieder des städtischen Arbeitskreises Kriminalprävention gedacht und zu ihrer jüngsten Beratung auch Schüler des Gymnasiums eingeladen. Wie sich herausstellte, war das eine gute Idee, die Vertreter vom Schülerrat Franziska Lichtenauer (Klasse 10) und Christian Kaiser (Klasse 12) zeigten sich von ihrer Premiere in dieser Runde beeindruckt. "Es war sehr interessant, über die vielen guten Aktionen, die in Boizenburg in Sachen Kriminalitätsvorbeugung laufen, einmal gebündelt zu hören", resümierte Christian Kaiser sein erstes Treffen mit diesem Arbeitskreis, den er nicht zum letzten Mal besucht hat.

Gewalt scheint immer so weit weg zu sein, da ist es schwer, die Masse gegen sie zu sensibilisieren. Anders ist es, wenn sie einem vor der eigenen Haustür direkt begegnet, sagten die Beiden und dachten an die neofaschistischen Schmierereien, mit denen das Gymnasium im vergangenen Jahr plötzlich in das Licht der Öffentlichkeit gerückt war. Seither hat sich hier viel getan. Das große Engament in dieser Einrichtung gegen Gewalt wird schon bald aus einem anderen Grund das Interesse der Öffentlichkeit auf sich ziehen. Das Gymnasium Boizenburg erhält als zweite Schule in M-V die Plakette "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage".

Darüber wird noch zu berichten sein, wie auch über die Beteiligung der Rudolf-Tarnow-Schule an dem kreisweiten Projekt "Faktor X", in dem Jugendliche eigene Beiträge zum Thema Rassismus recherchieren und dokumentieren.

Bürgermeister Harald Jäschke hat sich vorgenommen, künftig noch stärker mit der Jugend ins Gespräch zu kommen. Der Arbeitskreis-Chef will nach Möglichkeit in Schulen und Clubs vorbeischauen, um auch so zu erfahren, wo der Jugend der Schuh drückt.

Dietmar Kreiß

Schweriner Volkszeitung-Hagenow

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