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23.05.2003
"Nicht nur Prora" - Ausstellung in Peenemünde widmet sich Orten der NS-Geschichte im Bundesland
Peenemünde (OZ) Gestern Abend wurde in der Turbinenhalle des Kraftwerkes Peenemünde die Ausstellung "Nicht nur Prora" eröffnet. Sie widmet sich drei aus NS-Zeiten geschichtsträchtigen Orten in unserem Land. In Prora sollte ein Urlauberzentrum entstehen, in dem auch in der Freizeit die Vorstellungen von der nationalsozialistischen "Volksgemeinschaft" umgesetzt werden sollten.
Der etwa vier km lange Gebäudekomplex, der als solches nie in Betrieb ging, gehört zu den größten architektonischen Hinterlassenschaften des Nationalsozialismus. In Alt Rehse, dem zweiten Ort der Ausstellung, wurde die Reichsärzteschule errichtet. Eine der größten und modernsten High-Tech-Anlagen Europas entstand ab 1936 in Peenemünde. Tausende Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge wurden in Peenemünde und im unterirdischen Stollensystem bei Nordhausen zur Serienproduktion der so genannten V-Waffen eingesetzt. Während Peenemünde einer der bekanntesten Orte des Landes ist, spricht von Alt Rehse kaum jemand. "Deshalb war unsere Intention, mit der Ausstellung die Geschichte der drei Orte darzustellen, Hintergründe und Zukunftsperspektiven aufzuzeigen", so Dirk Zache, Leiter des HTI, das für die Ausstellungsarchitektur verantwortlich war. Insgesamt 70 Fotografien werden bis zum 15. Juli in der Turbinenhalle gezeigt.
Konzipiert als Wanderausstellung, werden die Arbeiten, die laut Zache nicht nur einen dokumentarischen, sondern auch einen künstlerischen Wert haben, nach Peenemünde in Prora, Schwerin, Rostock und im Januar 2004 in der Landesvertretung M-V in Berlin gezeigt.
Verantwortlich für die Ausstellung ist neben den drei Orten, die Texte und Bilder lieferten, das Alfried-Krupp-Wissenschaftskolleg Greifswald.
Ostseezeitung-Wolgast
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