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22.05.2003
Ein Leben in der Fremde - Veranstaltung in Grimmen zur Lebenssituation von Flüchtlingen
Grimmen (OZ) Obwohl die öffentlichen Proteste gegen das geplante Asylbewerberheim in Grimmen vorerst verstummt scheinen, trafen sich wieder etwa 25 zumeist jugendliche Grimmener im Gymnasium. Zu Gast war eine Mitarbeiterin vom Ökohaus e. V. Dieser Verein betreut zwei Heime in Rostock und bemüht sich um eine Integration der dort lebenden Asylanten. Gezeigt wurde ein aktueller Film über den Flüchtlingsalltag in M-V, über das triste Alltagsleben im Heim und die Ausgrenzung der Asylbewerber durch die Gesellschaft. In einer Gesprächsrunde beantwortete sie Fragen zur Asylpolitik und berichtete von den teilweise unmenschlichen Wohnverhältnissen in den Heimen und der alltäglichen Behördenwillkür. Durch Schikane-Verordnungen, wie z. B. die Residenzpflicht im Landkreis oder die Wertmarken, mit denen sie einkaufen müssen, werden sie als Menschen zweiter Klasse abgestempelt. Doch nicht die Flüchtlinge sind das Problem, sondern das, was mit ihnen gemacht wird!
Scheinargumente und unhaltbare Vorurteile werden von vielen, sonst so weltoffenen, Grimmenern kritiklos übernommen und es wird fleißig gegen ein Heim unterschrieben - ein wirklich guter Anfang, um zukünftig mit diesen Leuten in einer Stadt zu leben. Kommt keine Hilfe von außen und stoßen die Menschen auf Ablehnung in der Gesellschaft, ist weder den Grimmenern noch den Heimbewohnern geholfen. Solange Asylbewerber keine Lobby von der Bevölkerung haben, werden sich die verfehlten Asylgesetze nicht ändern. Währe ich ein Flüchtling, hätte alles aufgegeben, um Krieg und Folter zu entkommen, würde in ein Heim gesteckt und müsste täglich mit der Abschiebung rechnen, dann würde ich mir ein bisschen mehr Achtung von den Grimmenern wünschen. Diese Menschen haben mehr verdient als nur ein Dach über dem Kopf.
Ostseezeitung-Grimmen
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