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20.05.2003
Randale und Neonazi-Propaganda in Ahlbeck - Polizei will Übeltäter zum Bürgermeister ins Amt zitieren - Bundesgrenzschutz hilft


Von unserem Redaktionsmitglied Uwe Reißenweber

Insel Usedom. Randale in Ahlbeck und kein Ende: Trotz mehrfacher Kritik sowohl während einer der jüngsten Gemeindevertretersitzungen und auch während der regelmäßigen Tagungen des Saisonbeirates der drei Kaiserbäder scheinen die zuständigen Stellen die Zerstörungswut an der Promenade des Seebades bislang nicht in den Griff bekommen zu haben. So beklagte Vize-Kurdirektorin Karin Lehmann gestern vor dem Saisonbeirat erneut, dass es massive Beschwerden von Urlaubern gäbe.

Am vergangenen Wochenende seien beispielsweise zwölf Bänke und viele Strandkörbe umgeworfen worden, Unbekannte hätten die historische Uhr vor der Seebrücke beworfen, rechte Aufkleber seien in dem Bereich aufgetaucht, öffentliche Toiletten wiederum beschädigt und Blumenkästen umgekippt worden, so Lehmann, die sich ob der Zustände "erschüttert" zeigte. Ein Strickmuster, das der Polizei schon von den vergangenen Schilderungen bekannt sein dürfte. Wie der Chef des Heringsdorfer Polizeireviers, Roland Risch, dann auch berichtete, habe man schon mehrere Platzverweise erteilt und Jugendliche, die dem nicht nachgekommen seien, ihren Eltern übergeben. Das alles hat aber wohl nicht ausgereicht: Überlegt wird jetzt, auch Zivilfahnder einzusetzen, hieß es während der Sitzung.

Überdies sollen die Übeltäter - soweit bekannt - zu einem Gespräch mit dem Bürgermeister ins Amt zitiert werden, schlug Risch vor. In Wolgast habe man mit einer ähnlichen Vorgehensweise Erfolg gehabt. Auch der jetzt wieder aktive Bäderdienst der Polizei solle seinen Teil beitragen.

Der Bundesgrenzschutz sichert indes Kooperation mit der Landespolizei zu, wie dies auch schon bei den ersten Beschwerden der Fall gewesen sei. Auch der Streetworker der drei Kaiserbäder, Stephan Brandt, versprach, verstärktes Augenmerk auf den Bereich zu legen, hörte sich aber ansonsten wenig optimistisch an: "Die wollen nichts von mir, und ich kann ihnen nichts bieten".

Nordkurier-Usedom

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