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17.05.2003
Kommunen setzen Kultur gegen rechte Aufmärsche - Wolgaster Präventionsrat tagt am Dienstag zur Wehrmachtsausstellung


Von unserem Redaktionsmitglied Siegfried Denzel

Wolgast/Peenemünde . Mit Kulturveranstaltungen wollen Karlshagen und Wolgast auf die angekündigten rechtsextremen Proteste gegen die in Peenemünde geplante Wehrmachtsausstellung reagieren. So wird sich in Wolgast am Dienstag kommender Woche der Präventionsrat mit der für den 26. Juli angemeldeten Demonstration der Gruppe "Schöner wohnen in Wolgast" befassen, die sich bislang vor allem mit ihrem Widerstand gegen ein Heim für Asylbewerber in einem früheren Verwaltungsgebäude der Peenewerft hervorgetan hat.

Während in Szene-Kreisen diese Kundgebung als Konkurrenz für eine von einer "Pommerschen Aktionsfront" am 2. August direkt in Peenemünde geplante Demonstration heftig gebrandmarkt wird, soll am 1. August in Karlshagen eine von der Gemeinde, der Vorpommerschen Landesbühne, den Kirchen und von mehreren Parteien getragene Kulturveranstaltung stattfinden. Das kündigte gestern Lars Bergemann an; er sitzt zwar für die PDS im Wolgaster Stadtparlament und ist auch stellvertretender Kreisvorsitzender der Sozialisten - doch den Widerstand gegen die Anti-Ausstellungs-Demos sieht er keineswegs nur auf seine Partei beschränkt. So hatte Bürgermeister Jürgen Kanehl (SPD) angekündigt, dass die Stadtverwaltung dem Kreis zumindest empfindliche Auflagen für die Organisatoren von "Schöner wohnen" nahe legen wird. Und Bergemann hofft zusammen mit der Landtagsabgeordneten Alexa Wien (PDS) bei einer Art Bildungsoffensive für Jugendliche auf die Hilfe der CDU-Parlamentarier Wolfgang Riemann und Bernd Schubert. Schließlich fällt der Peenemünde-Abstecher der vom Hamburger Institut für Sozialforschung zusammen- gestellten Exposition "Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944" zeitlich zu einem großen Teil in die Sommerferien. Deshalb sollten die Schulen im Vorfeld thematische Veranstaltungen anbieten, "um die Schüler zum Ausstellungsbesuch während der Ferien zu motivieren", unterstrich Alexa Wien. Sie will sich deshalb mit dem Kultusministerium in Verbindung setzen, kündigte sie an und appellierte zugleich an die Christdemokraten Riemann und Schubert, sie zu unterstützen.

Nordkurier-Usedom

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