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16.05.2003
Geschichte Peenemündes auch für Togolesen interessant - Asylbewerber beteiligen sich an Freilegung im Lager Trassenheide

Trassenheide (OZ) Eigentlich sollten sich noch je drei Jugendliche aus Polen und der Türkei zu den drei jungen Damen gesellen, die zurzeit im Peenemünder Jugendcamp weilen (wir berichteten). Doch obwohl das Trio wegen verschiedener Pannen vergeblich auf seine Mitstreiter wartete, wurde es am Ende doch noch international. Drei Männer aus Togo, die in Rostock untergebracht sind und in Deutschland politisches Asyl suchen, stießen zu ihnen. Der Verein Norddeutsche Jugend im Internationalen Gemeinschaftsdienst ließ seine Verbindungen zum Förderverein Afrikanische Bürgerinitiative spielen und die Togolesen reisten nach Usedom.

Den drei Afrikanern bot sich auf diese Weise eine Gelegenheit, sich mit der Geschichte des Zweiten Weltkrieges und der Rolle Deutschlands während dieser Zeit einmal direkt auseinanderzusetzen. Bisher, so erzählten sie Sophie Winkler, die als Dolmetscherin fungiert, sei dieser Geschichtsabschnitt für sie immer nur Theorie gewesen. Die Ausstellung im Museum Peenemünde nahmen die Drei überaus interessiert auf. Als sie später im früheren Lager Trassenheide arbeiteten, wo zu Zeiten der Heeresversuchsanstalt Peenemünde tausende überwiegend osteuropäische Zwangsarbeiter interniert waren, kam sogar etwas wie Stolz bei ihnen auf, an der Bewahrung von Zeugnissen der damaligen Geschichte beteiligt zu sein.

Zusammen mit ihren drei deutschen Mitstreiterinnen erledigten die Togolesen mit viel Eifer Pflegearbeiten auf dem Gelände des einstigen Lagers, über dessen Reste seit der Bombardierung im Jahr 1943 viel Gras gewachsen ist. Zum Barackenlager, das sich im Küstenwald auf Höhe der heutigen Einfahrt zum Trassenheider Friesenhof befand, gehörte ein Bahnsteig, der von Bewuchs befreit und sichtbar gemacht wurde. Außerdem legte das Team noch recht gut erhaltene Fundamentreste der früheren Unterkünfte frei. Bei den Erdarbeiten machten sie mehrere Funde. So kamen z. B. eine Essgabel, Glasscherben u. a. mit der Prägung "Zinnowitz", Elektroleitungen, Schlacke, Dachpappe, Glaswolle und Teile von Schuhen ans Tageslicht. An einer Betonplatte wurde die eingeritzte Zahl "1919" freigelegt.

Die handlichen Funde gelangten ins Peenemünder Museum. Zum Abschluss des Jugendcamps steigt heute eine gemeinsame Grillparty.

Ostseezeitung-Wolgast

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