Presse-Schau

worüber wird in den Medien geschrieben?

zurück zu den News

16.05.2003
Überlebende der Judenverfolgung bei Feier für Röbeler Synagoge - Rohbau mit Fördermitteln fertig gestellt - Weitere Finanzierung notwendig

NK-Bild

Im Rohbau ist die ehemalige Synagoge in Röbel bereits fertig gestellt.

Röbel (tü). Die vom Landesamt für Denkmalpflege, dem Landkreis Müritz, der Bundesanstalt für Arbeit und dem Landesbauministerium geförderten Arbeiten an der ehemaligen Synagoge Röbel sind weitgehend abgeschlossen. Der Verein Land und Leute, der die Verantwortung für die Synagoge übertragen bekam, nutzte gestern diese Gelegenheit zu einer Feier mit vielen Besuchern und Ehrengästen. Darunter Ilana Claubel aus Toulouse, die Tochter des in Röbel geborenen Arztes Dr. Herbert Engel und Ursula Hoffmann aus Berlin, die Tochter des letzten Vorstehers der Jüdischen Gemeinde Rostock.

"Die letzten Juden in Röbel wurden kurz nach der Bücherverbrennung verhaftet und nach Theresienstadt deportiert, aber diese Synagoge überdauerte Jahrzehnte", begann Robert Kreibig, 1. Vorsitzender des Verein, seine Rede. Er dankte allen Beteiligten, den zuständigen Ämtern und den Jugendlichen aus verschiedenen Ländern, die in Workcamps hier arbeiteten.

"Für den Abschluss der Arbeiten sind nun weiter Mittel einzuwerben", sagte Kreibig. Er hofft, dass die Fertigstellung zu einer Jugendausbildungs- und Begegnungsstätte im nächsten Jahr gelingt. In Grußworten würdigten Landrat Jürgen Seidel (CDU) und Staatssekretär Manfred Hiltner (SPD) vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur die Leistungen des Vereins. Ewa Prynce-Pommerenke vom Landesamt für Denkmalpflege erinnerte an die ersten Schritte zur Rettung der Synagoge, die die letzte in der Müritzregion sei. Ganz Röbel besitze jedoch noch mehr einmalige bauliche Zeugnisse jüdischen Leben, betonte sie. Dieter Renner, Überlebender der Judenverfolgung im Dritten Reich, schenkte dem Verein einen Emigrationskoffer des Röbelers Heinz Wunderlich, der jedoch 1942 deportiert wurde. Der Röbeler Künstler Werner Schinko überreichte in einer bewegenden Minute für die geplante Ausstellung über jüdisches Leben eine Zeichnung, die auch in Israels Yad Vashem hängt. Der Rabbiner Andrew Steinman, gleichzeitig Mitglied des Vereins Land und Leute, übergab schließlich die ehemalige Synagoge in einem symbolischen Akt mit Zitaten aus der Tora ihrer Bestimmung.

Nordkurier

diskutieren? auf ins Forum!