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13.05.2003
Wolgaster Stadtverwaltung lehnt Aufmarschplan der Rechten ab - Präventionsrat soll sich mit Aufklärungsoffensive in Vorfeld der Wehrmachtsausstellung befassen

Wolgast (OZ) Die geplante Ausstellung über Verbrechen der deutschen Wehrmacht während des 2. Weltkrieges, die im Sommer in Peenemünde gezeigt wird, hat bekanntlich auch Protestreaktionen hervorgerufen. Wie berichtet planen verschiedene "nationale Kräfte" just in diesem Zeitraum Gegenmaßnahmen zur Exposition. Dazu zählt unter anderem ein Protestmarsch durch die Stadt Wolgast.

Bürgermeister Jürgen Kanehl (SPD) bestätigte gestern ein entsprechendes Schreiben, das am 24. März im Rathaus eingegangen und von Michael Vedder von der so genannten Bürgerinitiative "Schöner wohnen in Wolgast" unterzeichnet ist. Danach beabsichtigen politisch rechts gesinnte Bürger, am 26. Juli eine mehrstündige Demonstration durch die alte Herzogsstadt zu veranstalten. Unter anderem sei zwischen 12 und 20 Uhr (!) geplant, mehrfach die B 111/Chausseestraße zu kreuzen und unter der Überschrift "Opa war in Ordnung" schwarz-rot-weiße Fahnen an drei Meter langen Fahnenstangen sowie Trommeln mitzuführen und Sprechchöre zu rufen. Die Veranstalter kündigen etwa 300 Teilnehmer an.

Laut Kanehl werde die Stadt dem Kreis ihrerseits eine ablehnende Stellungnahme schreiben. Die geplante Sonnabend-Demo störe die Anreise von Touristen, führe zu Staus und schade der gewerblichen Wirtschaft. Außerdem trage die Veranstaltung extremistischen Charakter. "Sollten Gerichte oder der Kreis dies anders sehen, fordern wir die Verkürzung der Demonstrationszeit auf zwei Stunden und das Freihalten der B 111", so das Stadtoberhaupt gestern.

Mit der Aufklärung zur Ausstellung und den genannten Aktivitäten, einer eventuellen Unterrichtsoffensive sowie der Kooperation mit Partnern von der Insel will sich nächste Woche auch der Wolgaster Präventionsrat beschäftigen. Kanehl liegt in diesem Zusammenhang viel daran, die Frage der Unterbringung von Asylbewerbern in Wolgast nochmals erläuternd darzustellen. Auf Peenemünde und die Ausstellung bereiten sich nach OZ-Informationen auch die Sicherheitskräfte schon intensiv vor.

Ostseezeitung-Wolgast

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