Presse-Schau

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13.05.2003
Restschäden von Demonstration beseitigt

Stadtmitte (OZ) Gestern Vormittag entfernten die Gebäudereiniger Bernd Köppe und Lutz Malo die letzten Spuren der Demonstration vom Wochenende. "Mit Vorbehandlung und Reinigung dauert das zwei bis drei Stunden", erklärte Lutz Malo. Der Eigentümer des Hauses Kröpeliner, Ecke Rungestraße hatte die Firma BAUREIN damit beauftragt, die Wandschmierereien zu entfernen.

Am vergangenen Sonnabend war Rostocks Innenstadt für Stunden lahm gelegt. Rechtsgerichtete Gruppen waren durch die Kröpeliner Straße marschiert. An der Hauswand war zu einer Gegendemo aufgerufen worden. Demokratisch denkende Rostocker wurden aufgefordert, sich dem braunen Mob entgegenzustellen.

Ostseezeitung-Rostock

13.05.2003
Glatzköpfen den Umsatz geopfert - Leserbrief

Rostock (OZ) Ein denkwürdiger Tag für Rostocks Einzelhandel: Einkaufswilligen, Bummlern und Touristen wird der Zugang zur Kröpeliner Straße verwehrt. Grund ist mal wieder eine politische Demonstration aus dem Randbereich der nimmermüden Naziszene. Die Stadtväter beweisen Gespür und verrammeln akribisch alle Stadtzugänge. Der immens wichtige Sonnabend-Umsatz weicht ein paar Glatzköpfen sowie einem Aufgebot an Polizisten. Ich empfinde nur Hohn für Beamte, die für die Genehmigung verantwortlich sind.

Kathleen Fürstenberg, Textilunion Mode GmbH, Stadtmitte

Ostseezeitung-Rostock

13.05.2003
Duldung völlig unverständlich - Leserbrief

Rostock (OZ) Auch ich war eine der Betroffenen, die am Sonnabend von den Damen und Herren in Grün freundlich heimwärts geschickt wurden. Mein Freund und ich hatten einjähriges Jubiläum und wollten aus diesem Anlass essen gehen. Doch viel schockierter war ich, als ich den Grund erfuhr. Hatten jene Personen nicht erst vor kurzer Zeit die Stadt in Anspruch genommen?

Als Enkelin von Opfern der Nazityrannei kann ich nicht verstehen, wie so etwas geduldet werden kann. Ich las neulich schon von einer Veranstaltung am Tag der Befreiung! Soll sich Rostock zu einem Nest für Rechtextremismus entwickeln?

Auf dem Heimweg sahen wir eine Kundgebung am Doberaner Hof. Was ich dort hörte, verschlug mir glatt die Sprache. Die selbst ernannten Demokraten appellierten doch ehrlich an uns, die Rechte der Faschisten zu schützen? Diesem Tag war nichts Positives mehr abzugewinnen!

Doreen Kammler, Lütten Klein

Ostseezeitung-Rostock

13.05.2003
Protestkultur bleibt leider wirkungslos - Leserbrief

Rostock (OZ) Wir haben diesen Sonnabend in Rostock leider etwas anderes erlebt als in dem Artikel dargestellt. Die gesamte Innenstadt wurde ab 12 Uhr komplett abgeriegelt, die Kröpeliner Straße wurde "ganz demokratisch" von sämtlichen Bürgern gesäubert. Bürger Rostocks und eben nicht nur potenzielle Gegendemonstranten wurden in ihrer Bewegungsfreiheit und somit in ihren Grundrechten eingeschränkt.

Für uns stellt sich die Frage der Verhältnismäßigkeit: Wie ist zu vertreten, dass sich ca. 700 Polizisten (wie schon bei den Aufmärschen zuvor) sowie Gerät und Polizeihubschrauber für eine Demonstration von 70 Neonazis im Einsatz befinden? Oder ist ein derartiges Podium für Rechtsextreme eher eine Ermutigung, weiterhin solche Aktionen in der Hansestadt Rostock zu planen mit der Gewissheit, dass ihnen keine (rechtlichen) Steine in den Weg gelegt werden?

Der Satz von Herrn Wendel "Rostock muss überall als Stadt bekannt werden, in der Rechtsradikale keinen Platz haben" wird sich als reines Wunschdenken erweisen, wenn die Stadt nicht die entsprechenden juristischen Mittel ausschöpft und "Bunt statt braun" weiterhin an seiner unwirksamen Protestkultur festhält. Dem war am Sonnabend so. Leider.

R. Weber, Groß Klein

Ostseezeitung-Rostock

13.05.2003
Toleranz fehl am Platz - Leserbrief

Rostock (OZ) Demonstrieren ist ein demokratisches Grundrecht. Dagegen ist nichts einzuwenden. Doch durch rechte Demonstrationen nimmt der Ruf nach mehr Verbot von Demonstrationen zu. 87 Glatzen beschäftigen eine ganze Landespolizei, so etwas kann und darf nicht wahr sein. Wo bleibt der Aufschrei der Gewerbetreibenden? Warum werden keine Forderungen auf die Umsatzerwartungen gestellt? Was macht der SPD-Oberbürgermeister, was tun die "normalen" Menschen in Rostock gegen diesen Spuk? Rostock bewirbt sich für Olympia und dies ist mit Nationalismus und Ausländerfeindlichkeit nicht zu vereinen. Hier kann und darf es keine Toleranz geben.

Karl-Heinz Schulze, Sassnitz

Ostseezeitung-Rostock

13.05.2003
Nein sagen genügt nicht - Leserbrief

Rostock (OZ) Sehr geehrter Herr Pastor Schnauer, "Sage Nein, wenn Unverbesserliche durch unsere Stadt ziehen und ihre Parolen brüllen" wird nichts daran ändern, dass diese Menschen durch unsere Stadt ziehen! Es darf diesen Menschen nicht gestattet werden. Lassen Sie uns gemeinsam handeln, nicht nur Nein sagen!

Harald Karger, Ribnitz-Damgarten

Ostseezeitung-Rostock

13.05.2003
Mit Olympia nicht vereinbar - Leserbrief

Rostock (OZ) Sich um Olympia bewerben und dann den Nazis den Aufmarsch gestatten. Andere Städte schaffen es auch, solche Aufmärsche zu verhindern.

T. Lange, Reutershagen

Ostseezeitung-Rostock

13.05.2003
Muss ich mich für meine Heimatstadt schämen?! - Leserbrief

Mit großer Besorgnis beobachte ich Vorgänge dieser Art in Rostock. Wie konnte solch brauner Sumpf dort entstehen. Auch ich bin in Rostock geboren, dort 10 Jahre zur Schule gegangen. Jetzt wohne ich in den Niederlande, bin ein sehr selbstbewusster, toleranter Mensch,der ganz selbstverständlich mit Mitmenschen der unterschiedlichsten Herkunft, Hautfarbe, Glaubens zusammenlebt und mich der Individualität meines Gastlandes angepasst habe.

Die Duldung bzw. Förderung des Rechtsradikalismus in meiner Heimatstadt Rostock macht mir Angst!

Ulf Henning, Heerlen

Ostseezeitung

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