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10.05.2003
Ausländer ein Auszugsgrund? - Victor-Klemperer-Preis für Rostocker Film gegen Rassismus
Ein Fragebogen einer Rostocker Wohnungsbaugesellschaft sorgte bei Ira Leithoff (24), Antje Brachmann (25) und Uta Wolzien (21) für Fassungslosigkeit. Unter den Gründen für den Auszug war neben schlechten Einkaufsmöglichkeiten und fehlenden Parkplätzen auch die Option "zu viele Ausländer" aufgeführt. Für die drei Studentinnen ein klares Zeichen von unterschwelligem Rassismus. Was tun? Die angehenden Pädagoginnen griffen zur Videokamera, sammelten Meinungen und führten Interviews. Den entstandenen Kurzfilm reichten sie für den bundesweiten Victor-Klemperer-Jugendpreis unter dem Motto "Deutschland - was ist das?" ein - mit überwältigendem Erfolg: Diese Woche konnten die drei Rostockerinnen in Dresden den siebten Preis des Wettbewerbs aus der Hand von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) entgegennehmen. Insgesamt wurden 10000 Beiträge eingereicht.
Der Film zeigt auf 13 Minuten ein Kontrastprogramm. Zu Bildern der weltoffenen Stadt Rostock werden drei Sichtweisen vom Stein des Anstoßes dargestellt. So interviewten die Frauen den Ausländerbeauftragten der Stadt. Außerdem einen Mann aus Togo, der über große Probleme bei der Wohnungssuche klagt, und veröffentlichten eine Stellungnahme der Wohnungsbaugesellschaft. Zu einem Interview war diese nicht bereit. "Die erste Erfolgsmeldung kam aber schon sehr schnell, denn nach unseren Anfragen zog die Gesellschaft den Fragebogen sofort zurück", erklärt Antje Brachmann. "Und kurz darauf kam dann die Mitteilung, dass wir mit dem Preis ausgezeichnet wurden."
Dass die Botschaft des Films eine schnelle Wirkung hatte, überzeugte die Jury besonders. Der Film soll nun als Anschauungsmaterial in Schulprojekten eingesetzt werden. Weitere Veröffentlichungen sind vorerst nicht geplant.
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