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09.05.2003
Asyl-Thema beschäftigt Schüler in Grimmen - Veranstaltung zu Lichtenhagen '92 und Flüchtlingsheimdebatte
Grimmen (OZ) Freiwillige Aufarbeitung von Geschichte, und das auch noch außerhalb der Schulzeit? Viele Schüler würden sicherlich um dieses "zweifache Übel" einen großen Bogen machen. Dennoch erschienen am Mittwochabend rund 20 Jugendliche aus Grimmen, um im Lichtbildraum des Gymnasiums eine kritische Dokumentation über die ausländerfeindlichen Ereignisse des August 1992 im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen anzusehen.
Organisiert wurde der Themenabend von drei Mitarbeitern des LOBBI e.V., die für landesweite Beratung von Opfern rechter Gewalt stehen. In der anschließenden Gesprächsrunde, die nach den schockierenden Bildern etwas zaghaft begann, berichteten die Organisatoren von ihren eigenen Erlebnissen, die sie während der Ausschreitungen gegen das Asylbewerberheim als Augenzeugen gemacht hatten.
Nach einiger Zeit kam man auch auf die momentane Situation in Grimmen zu sprechen. Kann es ein zweites Lichtenhagen in der Nordvorpommerschen Kreisstadt geben? Wohl eher nicht, ließen die meisten Teilnehmer verlauten. Des Weiteren wurde Kritik an Bürgermeister Benno Rüster laut. Er folge einer 1992er Argumentation, wenn er über Wirtschaftsflüchtlinge anstatt von Asylbewerbern rede, hieß es. Auf die Frage, wie denn nun ihr Standpunkt zum Asylbewerberheim in Grimmen sei, antwortete Tim stellvertretend: "Die diese Frage lässt sich nicht einfach mit Pro oder Kontra beantworten. Man kann auf jeden Fall sagen, dass eine dezentrale Unterbringung besser wäre. Aber das Problem ist ja, dass die Leute erst gar keine Asylbewerber haben wollen. Sie sehen nur die Masse, nicht die Menschen. Generell sind wir gegen Heime, weil sie menschenunwürdig sind. Aber wiederum: Wenn es keine Heime gibt, werden die Asylbewerber abgeschoben und der Mob hat gewonnen."
"Wir wurden bereits im letzten Jahr beim alternativen Jugend-Camp von einigen Leuten darauf angesprochen, etwas in Grimmen zu machen", erklärt Mitorganisator Michael die Standortwahl Grimmen und verweist zusätzlich auf den kommenden Mittwoch, an dem abermals am Gymnasium Grimmen ein Gesprächsabend mit dem Thema: "Leben in der Fremde" stattfinden wird.
Ostseezeitung-Grimmen
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