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07.05.2003
Schwarz und rot und bunt - Neubrandenburger Berufsschüler gehen gegen Vorurteile an


Von unserem Redaktionsmitglied Marlis Guth

Neubrandenburg. Dass die Welt schwarz, rot, bunt ist, will Sozialpädagogin Werena Henneberg ihren Schülern nahe bringen. An der Beruflichen Schule mit sonderpädagogischer Aufgabenstellung hat sie ein Projekt gegen Fremdenfeindlichkeit organisiert. Zum Einstieg ins Thema steht für die Klasse im ersten Berufsvorbereitungsjahr heute eine Tagesfahrt nach Berlin auf dem Stundenplan.

Die Exkursion führt ins Jüdische Museum. "Der Besuch lässt eine erlebnisorientierte Auseinandersetzung mit dem Holocaust erwarten", hat Werena Henneberg in ihrer Projektbeschreibung notiert. Dahinter steht eine gute Erfahrung mit einer anderen Klasse im vergangenen Jahr: "Die Schüler haben gefühlsmäßig sehr stark auf das Museum reagiert, was so gar nicht zu erwarten war." An diese Empörung und das empfundene Unrecht konnte die Sozialpädagogin in späteren Diskussionen immer wieder anknüpfen. Und das kann hilfreich sein, wenn es darum geht, an Barrieren gegen Fremde(s) zu rütteln. Vorurteile und Misstrauen gegen Ausländer sind unter den Schüler weit verbreitet, dabei haben sie das Thema ständig vor Augen, wie Werena Henneberg schildert.

In unmittelbarer Nachbarschaft der Schule liegt ein Heim für Spätaussiedler. "Die Zahl unserer ausländischen Schüler steigt ständig." Die meisten von ihnen seien jedoch froh, wenn sie nicht als solche erkannt würden. Ein weiteres Argument für die Wichtigkeit des Projektes.

Neben dem Ausflug nach Berlin - er soll den "Provinzlern" ganz nebenbei noch ein wenig praktische Hilfe in der Großstadt, etwa die Orientierung in der U-Bahn, vermitteln - ist eine Fahrt nach Ravensbrück geplant. Gespräche folgen, bestenfalls mit ausländischen Gästen. Im Regionalmuseum soll es um Juden in Neubrandenburg gehen. Bis Jahresende hat Werena Henneberg die Finanzierung ihres Vorhabens sicher: "Der Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung übernimmt rund 60 Prozent der Kosten. Den Rest zahlt mein Träger, der Internationale Bund, aus dem Fonds 'Schwarz, rot, bunt'."

Nordkurier-Neubrandenburg

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